Österreich: Verkehrsministerin senkt Schienenmaut für Personen- und Güterverkehr auf Null

Foto:­ imago images / SKATA

Österreichs Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) hat angekündigt, die Schienen­maut nicht nur für den Güterverkehr, sondern auch für den Personenverkehr um 100 Prozent zu senken. 

„Mit dieser Maßnahme soll der klimafreundliche Verkehr in der schwierigen wirtschaftlichen Situation während der Corona-Krise unterstützt werden“, teilt das Ministerium mit. Mit der Senkung der Schienenmaut „sorgen wir jetzt in Abstimmung mit der EU für einen konkurrenzfähigen und klimafreundlichen Verkehr auf der Schiene“, so Gewessler.

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Seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie war der Westbahn und den ÖBB auf der Strecke zwischen Wien und Salzburg mittels einer Notvergabe finanziell geholfen worden. Diese ist aber am 7. Oktober zu Ende gegangen. Die beiden Bahnunternehmen müssen die Strecke nun wieder auf eigene Rechnung fahren.

Durch den Wegfall der Schienenmaut können die ÖBB und die private Westbahn bis Jahresende rund zehn Millionen Euro einsparen, heißt es.

Wie die Westbahn in einem Statement erklärte, sei die Senkung des Infrastrukturbenützungs­entgelts (IBE) auf Null ein wichtiger erster Schritt. „Allerdings ist die Nachfrage im Zug aktuell wieder etwa auf das Niveau von Mai gesunken – das Null-IBE reicht also nicht aus, um größere Verluste zu vermeiden“, so Sprecherin Ines Volpert laut einer Meldung des Industriemagazins. Die Westbahn hatte zuletzt gewarnt, dass ohne Staatshilfe 100 Stellen gestrichen werden müssten. Es brauche zusätzlich eine weitere Leistungsbestellung durch das Ministerium und eine Weiterführung der wechselseitigen Ticketanerkenntnis.


red