Bundesregierung hat keine Erkenntnisse zu Vorhaben des chinesischen Zugherstellers CRRC

Foto: CRRC

Laut einer ­Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestags­fraktion liegen keine Erkenntnisse vor, dass der chinesische Zughersteller CRRC die Abhilfemaßnahmen der Fusion von Alstom und Bombardier nutzen will, um seine Entwick­lungs- und Produktionskapazitäten in Europa zu stärken.

Allerdings gebe es in China weiterhin eine „große staatliche Aufmerksamkeit“ gegenüber der Bahnindustrie, die durch „massive politische Unterstützung“ zum Weltmarktführer ausgebaut werden soll. Die beiden westlichen Hersteller Alstom und Bombardier müssen als Kompensation für ihren Zusammenschluss einzelne Zugplattformen und Fertigungsstandorte abgeben.


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CRRC hatte erst vor wenigen Monaten die frühere Loksparte des Bahntechnikkonzerns Vossloh AG übernommen. Im bisherigen Geschäftsfeld Locomotives von Vossloh wurden dieselelektrische Lokomotiven entwickelt und produziert. Außerdem wurden alle notwendigen Serviceleistungen rund um die Wartung und Instandhaltung dieser Lokomotiven angeboten.

Auf die Frage der FDP-Fraktion, wie die Bundesregierung die Perspektive der ehemaligen Vossloh-Lokomotiven-Fertigung in Kiel bewertet, heißt es in der Antwort: „Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat den Verkauf der Vossloh Locomotives GmbH an CRRC nach den Vorgaben des Außenwirtschaftsrechts geprüft und im Ergebnis keine Einwände erhoben. Das Bundeskartellamt hat die Übernahme nach den Regelungen des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen geprüft und im Ergebnis genehmigt. Eine darüber hinausgehende Bewertung der Perspektive des Unternehmens hat die Bundesregierung nicht vorgenommen.“



Die Bundesregierung bemüht sich nach eigenen Angaben kontinuierlich darum, einen verbesserten Zugang zum chinesischen Markt zu erreichen und die Wettbewerbsbedingungen zwischen Europa und China anzugleichen.


red/hib