Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen fordert mehr Geld für Bahninfrastruktur

Foto: Pixabay (Symbolbild)

Die LNVG fordert den Bund auf, mehr Geld in die bestehende Bahninfrastruktur in Nieder­sachsen zu investieren, um den Investitions­stau schneller aufzulösen. Dadurch könnten die Züge pünktlicher fahren, heißt es.

Information der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen

Daten der LNVG aus dem ersten Halbjahr 2020 untermauern, dass überlastete Schienenstrecken besonders für Verzögerungen verantwortlich sind. LNVG-Geschäftsführerin Carmen Schwabl sagt: „Wir haben in der Corona-Phase von März bis Juli ein spannendes Phänomen beobachtet: Die Pünktlichkeit der Züge im LNVG-Gebiet hat sich erstaunlich verbessert. Größtenteils ist das darauf zurück zu führen, dass deutlich weniger Güter- und Fernzüge gefahren sind. Da ist noch mal sehr deutlich geworden: Der Nahverkehr leidet unter fehlender oder nicht ausreichend leistungsfähiger Infrastruktur. Der Bund muss das dringend anfassen.“ Schwabl betont: „Es fehlen Weichen, Ausweichgleise, Streckenkapazitäten.“

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Die LNVG bestellt als sogenannter Aufgabenträger den Regionalverkehr der Eisenbahnen in weiten Teilen Niedersachsens. Weitere Aufgabenträger sind der Regionalverband Großraum Braunschweig und die Region Hannover. Im LNVG-Gebiet lag die Pünktlichkeit der Züge 2019 unverändert bei rund 90 Prozent. „Dieser Wert ist unbefriedigend“, so Schwabl. Als pünktlich gilt dabei ein Zug mit 0 bis 5 Minuten Verspätung. Im ersten Halbjahr 2020 sei die Pünktlichkeit dagegen auf knapp 93 Prozent gestiegen. Schwabl: „Eine für Fahrgäste spürbare Verbesserung.“

Behindert wurde 2019 der Bahnbetrieb laut LNVG auch weiterhin durch Personalmangel. Schwabl: „Es fehlen Lokführer und Zugbegleiter; es fehlen Mitarbeiter in den Stellwerken; es fehlen Mitarbeiter in den Werkstätten.“ Der Mangel an Triebfahrzeugführern war 2019 laut LNVG etwa für jeden zweiten ungeplant ausgefallenen Zug verantwortlich. Im LNVG-Gebiet fielen wie auch schon 2018 etwa 1,2 Prozent der Züge kurzfristig aus. Laut LNVG positiv: Trotz der Covid- 19-Pandemie sind Zugausfälle wegen fehlender Triebfahrzeugführer im ersten Halbjahr 2020 deutlich zurück­gegangen. Die von den Bahnunternehmen eingeleiteten Maßnahmen zur Personal­rekrutierung entfalten somit ihre Wirkung. Für ungeplante Zugausfälle und Verspätungen behält die LNVG einen Teil des Zuschusses an die Eisenbahnunternehmen ein. 2019 waren das rund 5,3 Millionen Euro, ein Jahr zuvor etwa 6,2 Millionen Euro.


red