Eisenbahnergewerkschaft und Linke kritisieren üppige Pensionen für Ex-Bahn-Vorstände

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Ehemalige Vorstände und Ex-Manager der Deutschen Bahn erhalten auch im Ruhestand noch üppige Pensionen. Linken-Fraktionschef Bartsch kritisiert „eine Selbstbedienungs­mental­ität auf Steuerzahlerkosten“ beim Staatskonzern.

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung erhalten ehemalige Vorstandsmitglieder der Deutschen Bahn durchschnittlich eine monatliche Pension von 20.046 Euro. Das ergibt sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Linken-Bundestagsfraktionschef Dietmar Bartsch.

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Der DB-Konzern selbst beziffert die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterblie­benen in ihrem Bericht zum Geschäftsjahr 2019 in Summe auf 10,1 Millionen Euro pro Jahr. Die Altersbezüge verteilten sich nach Angaben von Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann 2019 auf insgesamt 42 Bezieher. Darunter befinden sich 26 ehemalige Vorstände des bundeseigenen Unternehmens und 16 Ex-Manager von Firmen, die etwa durch Übernahmen in der Bahn aufgegangen sind.

Linken-Fraktionschef Bartsch kritisiert, dass die Pensionen im Schnitt hier höher seien als die Gehälter von Bundesministern. „Eine Selbstbedienungs­mentalität auf Steuerzahlerkosten hat sich in der Bahnführung breit gemacht. Das hat mit Leistungsgerechtigkeit nichts zu tun“, so Bartsch gegenüber der Süddeutschen Zeitung.


Auch der Chef der Eisenbahnergewerkschaft EVG, Klaus-Dieter Hommel, reagiert verärgert. Die EVG fordere „seit langem eine Überprüfung der Leistungsbezahlungssysteme der Deutschen Bahn AG“, betonte Hommel. Das gelte auch für die Versorgungsvereinbarungen und die gesamten Vergütungssysteme der Führungskräfte. „Für die nächste Sitzung des Konzern-Aufsichtsrates werden wir konkrete Forderungen stellen“, so der EVG-Chef.


red