Bundesregierung sieht keine Verzögerungen bei Nordzulauf zum Brenner-Basistunnel

Foto: DB AG / Volker Emersleben

Ein bedarfsgerechter Ausbau des Brenner-Nordzulaufs ist laut der Bundesregierung durch das „Zweistufenkonzept“ gewährleistet. Verzögerungen bei der Realisierung seien nicht erkennbar, heißt es in einer Antwort auf eine Anfrage der FDP-Bundestags­fraktion.

Die deutsche Eisenbahnstrecke München–Kiefersfelden–Grenze D/A sei der wichtigste Nordzulauf für die Alpenquerung über den Brenner nach Italien, schreibt die Bundesregierung. Das Bedarfsplanvorhaben sei im Vordringlichen Bedarf des Bedarfsplans für die Bundesschienenwege enthalten und gehöre zum transeuropäischen Korridor Skandinavien–Mittelmeer, der die nördliche EU-Außengrenze mit dem Mittelmeerraum verbindet.

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Im Rahmen des Starterpakets des Programms Digitale Schiene Deutschland soll in der ersten Stufe des Ausbaus die Bestandsstrecke zwischen München und der Grenze bis 2030 mit dem Zugsteuerungssystem ETCS (European Train Control System) ausgerüstet werden. Durch ETCS und die vorgesehene Verdichtung der Blockabstände zwischen München–Trudering–Grafing würden die Kapazitäten des Brenner-Nordzulaufs erhöht und den Verkehrsunter­nehmen zwischen München und Verona eine einheitliche Leit- und Sicherungstechnik bereitgestellt.

Als zweite Stufe sieht das Konzept im Gemeinsamen Planungsraum Deutschland/Österreich die Realisierung der Neubaustrecke von Schaftenau (Österreich) bis Grafing vor. „Die Inbetriebnahme des Brenner-Nordzulaufs ist im Jahr 2040 geplant“, heißt es von Seiten der Regierung. Die grenzüberschrei­tende Neubaustrecke im Inntal sowie die Umfahrung von Rosenheim sollen im Jahr 2038 fertig gestellt sein.



Der Brenner-Nordzulauf befindet sich noch in einer sehr frühen Planungsphase, in der die DB Netz AG laut der Regierung eine intensive Öffentlichkeitsbeteiligung durchführt. Am 1. Juli 2019 stellte die Vorhabenträgerin die Reduktion der Grobtrassenvorschläge auf fünf Grobkorridore vor. Auf Basis dieser fünf Grobkorridore hat die Regierung von Oberbayern das Raumordnungsverfahren eingeleitet, dessen Ergebnisse bis Ende 2020 erwartet werden. Die Erkenntnisse aus dem Raumordnungsverfahren sollen dann in die Planungen der Vorzugsstrasse im Gemeinsamen Planungsraum Deutschland/Österreich der DB Netz AG und der ÖBB Infrastruktur AG einfließen.

Quelle: DB Netz AG

„Derzeit geht die DB Netz AG davon aus, das Trassenauswahlverfahren Anfang 2021 im Gemeinsamen und Erweiterten Planungsraum abschließen zu können“, schreibt die Bundes­regierung. Für den nördlich angrenzenden Planungsraum Grafing–Großkarolinenfeld sei mit einer Trassenauswahl bis Ende 2022 zu rechnen.


red