Spatenstich im Industriepark Höchst – Baustart für Hessens erste Wasserstofftankstelle für Passagierzüge

Foto: Infraserv Höchst

Im Industriepark Höchst in Frankfurt am Main entsteht in den kommenden Monaten die erste Wasserstofftankstelle für Passagierzüge in Hessen. Am Montag fand der offizielle Spaten­stich statt.

Mit der neuen Tankstelle soll ab Dezember 2022 die weltweit größte Brennstoffzellenzug-Flotte im Personenverkehr mit Wasserstoff versorgt werden. Den Startschuss für dieses Projekt hat jetzt Staatssekretär Jens Deutschendorf gemeinsam mit RMV-Geschäftsführer Knut Ringat, Jörg Nikutta, Geschäftsführer Alstom Deutschland und Österreich sowie Joachim Kreysing, Geschäfts­führer der Industriepark-Betreibergesellschaft Infraserv Höchst gegeben. Alstom liefert die Brennstoffzellenzüge, die der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) einsetzen wird, die Industrie­park-Betreibergesellschaft Infraserv Höchst errichtet und betreibt die Tankstelle.

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„Hessen ist Schrittmacher auf dem Weg in eine klima- und umweltfreundliche Mobilität, das zeigt auch das Projekt Taunusnetz“, sagte Staatssekretär Deutschendorf. „2022 werden dort schad­stofffreie Brennstoffzellen-Züge die alten Dieselfahrzeuge ablösen – ein Elektrobetrieb ohne Oberleitung, der auch für andere Regionen eine interessante Alternative sein kann. Ich danke dem RMV und dem Industriepark Höchst für ihren Mut, dieses innovative Vorhaben zu realisieren.“

Für den Rhein-Main-Verkehrsverbund hat das Projekt einen ganz besonderen Stellenwert. „Mit den Brennstoffzellenzügen von Alstom schlagen wir beim RMV ein neues Kapitel emissionsfreier Mobilität auf“, sagte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat bei der Spatenstich-Veranstaltung. „Mit den 27 Fahrzeugen stellen wir einen Weltrekord auf: Nirgendwo sonst gibt es eine so große Brennstoff­zellen-Flotte im Personennahverkehr.“ Ringat lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Schienenfahrzeug-Hersteller Alstom und Infraserv Höchst: „Ich bin hocherfreut, dass wir dieses Mammutprojekt im vorgesehenen Kosten- und Zeitplan stemmen.“ Das Gesamtauftragsvolumen beträgt 500 Millionen Euro.


„Mit dem heutigen Spatenstich läuten wir eine neue Ära im emissionsfreien Bahnverkehr in der Rhein-Main-Region ein. Wir freuen uns, dass Infraserv Höchst die Betankung unserer Serienzüge für den RMV übernimmt“, sagte Jörg Nikutta. Die Alstom-Brennstoffzellenzüge des Typs „Coradia iLint“, die dank einer Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern einen ganzen Tag lang im Netz des RMV fahren können, werden die mit Diesel betriebenen Loks auf den Linien (RB 11 Frankfurt-Höchst – Bad Soden), RB12 (Frankfurt-Königstein), RB15 (Frankfurt – Bad Homburg – Brandoberndorf) und RB16 (Friedrichsdorf – Friedberg) ersetzen. Der weltweit erste Personenzug, der mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben wird, fährt komplett emissionsfrei, ist geräuscharm und gibt nur Wasserdampf und Kondenswasser ab.

In Sachen Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie ist Infraserv Höchst, die Betreibergesell­schaft des 4,6 Quadratkilometer großen Industrieparks Höchst, schon seit vielen Jahren aktiv. So wurde bereits 2006 am Industriepark die erste Wasserstofftankstelle für Pkw in Betrieb genom­men. „Wir sind sehr stolz darauf, dass Infraserv Höchst und der Industriepark Höchst bei der Weiterentwicklung dieser Zukunftstechnologie einen Beitrag leisten können“, sagte Joachim Kreysing, Geschäftsführer von Infraserv Höchst. Die Chemie ist traditionell eine der Industrie­branchen in Deutschland, die innovative Technologien hervorbringt. „Auch die drängenden Fragen zur Energieversorgung und den Mobilitätskonzepten der Zukunft werden nur mit der Chemie­industrie beantwortet werden können“, sagte Kreysing.


red/Infraserv Höchst