Deutsche Bahn schließt Cloud-Migration der eigenen IT-Systeme ab

Foto: DB AG

Die Deutsche Bahn (DB) hat jetzt ihre komplette IT in die Cloud überführt und das konzern­eigene Rechenzentrum geschlossen. Damit beendet die DB eines ihrer größten IT-Projekte zwei Jahre früher als geplant.

2016 hatte der Konzern entschieden, die eigene Informationstechnologie grundlegend neu zu strukturieren. Rund 450 Anwendungen wurden seitdem in die Cloud migriert. Der Vorteil liegt Unternehmensangaben zufolge vor allem in der größeren Flexibilität: Rechenleistung oder Speicher passen sich in Echtzeit automatisiert dem Bedarf an. Davon sollen auch die Reisenden profitieren, weil die Systeme auch unter extremer Last verlässlich laufen könnten, zum Beispiel die Fahrplanauskunft bei einem Sturm.

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Christa Koenen, IT-Chefin der DB: „Unsere IT ist jetzt vollständig in der Cloud. Damit sind wir europaweit Vorreiter und einer der ersten großen Konzerne, der konsequent auf die Cloud setzt. Diese Entscheidung hat sich in Zeiten von Corona als goldrichtig erwiesen. Unsere IT-Systeme funktionierten auch geräuschlos, als zehntausende Mitarbeitende gleichzeitig ins Homeoffice wechselten. Zudem konnten wir die IT vollständig remote betreiben. Mit physischen Rechenzentren wäre das nicht so einfach möglich gewesen.“

Wie die Deutsche Bahn erklärt, kann in der Cloud ein virtueller Server einschließlich Rechenleistung, Speicher und Netzwerk in wenigen Minuten bereitgestellt werden. Auch die höhere Stabilität und Ausfallsicherheit seien gerade in Krisen enorm wichtig. Ein stabiler IT-Betrieb sei DB-Angaben zufolge die Voraussetzung für einen stabilen Bahnbetrieb. Neue Services auf Basis künstlicher Intelligenz sollen künftig direkt in der Cloud entstehen. Die DB will so die Geschwindigkeit der Digitalisierung weiter erhöhen und Innovationen und neue Kundenservices schneller umsetzen.



Ihr Rechenzentrum hat die DB nach eigenen Angaben bereits verkauft. Die rund 1.000 betroffenen Mitarbeitenden arbeiten fast alle weiter als IT-Experten im Unternehmen, viele im Cloud-Umfeld. „Ich freue mich sehr, dass die erfahrenen Kolleginnen und Kollegen weiter mit uns die Digitalisierung der Bahn vorantreiben“, so Koenen. „Wir haben versucht, den Neustart so einfach wie möglich zu machen.“ Unterstützt mit Schulungen, Coaching und Beratung haben sich die Mitarbeitenden in die neuen Aufgaben eingearbeitet. Die Deutsche Bahn profitiert auch als Arbeitgeber immens. Pro Jahr stellt die DB rund 1.000 IT- und Digitalexperten ein, Tendenz steigend.

Die Daten der DB werden laut Unternehmensangaben datenschutzkonform verschlüsselt und ausschließlich auf europäischen Servern in Deutschland und den Niederlanden gespeichert.


red