Deutsche Schienenhilfe fordert eine Milliarde Euro für Onboard-Sensorik im Güterverkehr

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Laut einer Forderung der Deutschen Schienenhilfe sollten alle Güterwagen mit Sensorik ausgerüstet werden, um die technischen Zustände komplett zu überwachen. Der Staat sollte hierfür eine Milliarde Euro bereitstellen. 

Die Deutsche Schienenhilfe, die sich für einen sicheren Güterverkehr in Deutschland und Europa einsetzt, fordert weitere Maßnahmen gegen Schienenlärm. Nach Ansicht der Initiative sollte der Staat neben der Investition in neue Kupplungssysteme für Wagen und Lokomotiven auch den Einbau der Sensorik zur Flachstellendetektion fördern.

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Wie der Vorsitzende der Initiative, Jochen Zenthöfer, sagte, könnten durch die Übermittlung der Fahrzeug­zustände Flachstellen frühzeitig festgestellt werden. Würde der Staat eine Milliarde Euro investieren, errechnet sich bei 180.000 Wagen im deutschen Halterregister ein Zuschussbedarf von rund 5.500 Euro pro Wagen.

Flachstellen sind Radunebenheiten, die Lärm verursachen und zu schlimmen Schäden führen können. Die Politik habe das Problem bereits erkannt und will ein Gesetz gegen Flachstellen verabschieden, erklärte Zenthöfer. „Dabei will es wayside-monitoring zur Pflicht machen, also die Erfassung der Zustände vom Schienenrand aus. Dazu werden Geräte aufgestellt, die die Züge im Vorbeifahren filmen und messen. Doch viel wirkungsvoller sei onboard-monitoring. Die Messungen müssen im Wagen selbst stattfinden“, so der Vorsitzende der Initiative weiter.


Zwar sei wayside-monitoring sehr günstig und zuverlässig, aber nur onboard-monitoring könne schadhafte Waggons zu jedem Zeitpunkt der Fahrt erkennen – und nicht nur an Messstationen. Zenthöfer: „Auf diese Weise können wir den durch Flachstellen erzeugten Lärm im Mittelrheintal um 80 Prozent reduzieren. Dann hätten wir wirklich leisere Züge!“


red