Ausbaustrecke Leipzig–Dresden: Vorplanung für den Streckenabschnitt Kottewitz–Weinböhla hat begonnen

Foto: DB AG (Archiv)

Die Deutsche Bahn (DB) treibt die Planungen auf der Ausbaustrecke Leipzig–Dresden weiter voran. Im Projektabschnitt Kottewitz–Weinböhla steht mit dem Abschluss der Vorplanung die Entscheidung an, die Strecke mit einem Tunnel durch den Kockelsberg zu begradigen. Derzeit konzentrieren sich die Planungen auf diese Ausbauvariante.

Information der Deutschen Bahn

Die verfolgte Streckenbegradigung würde damit die Reisezeiten gleich auf zwei wichtigen Fernverkehrs­verbindungen verkürzen. Denn auch die Eisenbahnstrecke Berlin–Dresden kann dann mit einer Geschwindigkeit von 200 km/h befahren werden. Auch der europäische Schienengüter­verkehr würde durch den Ausbau des Abschnittes profitieren. Die Streckenbegradigung lässt schwerere Güterzüge zu, führt zu Energieeinsparungen und setzt internationale Standards der Streckenausrüstung um.

Der im Bestand 6,7 Kilometer lange Streckenabschnitt führt in einem Bogen um den Kockelsberg auf dem Gebiet der Gemeinde Niederau herum. Die davor und dahinter liegenden Streckenab­schnitte können mit 200 km/h befahren werden. Ohne Begradigung könnte zwar mit einer umfang­reichen Erneuerung auf der Bestandsstrecke eine Höchstgeschwindigkeit von 150 Kilo­metern pro Stunde erreicht werden. Die Effekte daraus würden aber durch ungünstige Brems- und Beschleu­nigungswege fast aufgehoben werden. Die Streckenbegradigung durch den rund zwei Kilometer langen Tunnel aus je einer Tunnelröhre je Fahrtrichtung und dem anschließenden Neubaugleis können die Fahrstrecke zwischen Weinböhla und Kottewitz um mehr als einen Kilometer verkürzen.

Die DB bindet die Öffentlichkeit frühzeitig ein und informierte am 4. November Mandatsträger aus den Anliegerkommunen, dem Landkreis Meißen sowie von Landes- und Bundesebene in einem Auftaktgespräch über den aktuellen Planungsstand.

Ein virtueller Bürgerdialog wird Anfang des nächsten Jahres folgen. Die Vorplanung der Strecken­begradigung läuft unter der Beteiligung der Öffentlichkeit und der Interessensvertreter bis etwa Ende 2021. 2022 folgen dann die Entwurfs- und Genehmigungsplanung.

Der Ausbau der Strecke Leipzig–Dresden ist als Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 9 (VDE 9) Bestandteil des Bundesverkehrswegeplanes von 1992. Ziel ist es, zusätzliche Kapazitäten für Personen- und Güterzüge zu schaffen und kürzere Fahrzeiten zu ermöglichen. Dafür wird die vorhandene Strecke seit 1993 abschnittsweise ausgebaut und mit Elektronischer Stellwerkstechnik (ESTW) ausgerüstet. Durch die Geschwindigkeitserhöhung auf bis zu 200 km/h kann die Fahrzeit von 91 Minuten – vor Baubeginn – auf deutlich unter eine Stunde nach Fertigstellung verkürzt werden.


red/PM DB