Unfallermittler nennen Ursache für Zugentgleisung Anfang August 2019 in Bad Friedrichshall

Foto: BEU

Die Zugentgleisung im Hauptbahnhof Bad Friedrichshall Anfang August 2019 ist laut den Unfallermittlern der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) durch den Eingriff eines Mitarbeiters im Rahmen einer Störungsbeseitigung verursacht worden.

Am späten Abend des 6. August 2019 entgleiste Zug DPN-L 85890 während der Fahrt von Heil­bronn nach Mosbach (Baden) im Hauptbahnhof Bad Friedrichshall auf Weiche 116 mit einem Dreh­gestell. Bei dem Unfall, der sich gegen 23:13 Uhr ereignete, wurde eine Person leicht verletzt. Am Oberbau sowie an der Weiche entstand ein Sachschaden von rund 25.000 Euro, am entgleisten Triebwagen wurde der Schaden auf 60.000 Euro geschätzt.

Unfallhergang

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Einige Stunden vor dem Unfall hatte der Fahrdienstleiter festgestellt, dass er von Weiche 116 keine Überwachung mehr bekam. Er verständigte daraufhin die Bereitschaft der für die Entstörung zuständigen Leit- und Sicherungs­technik (LST). Gegen 22:40 Uhr informierte der LST-Mitarbeiter den Fahrdienstleiter darüber, dass er die Ursache für die Störung gefunden habe. Weil sich die Beseitigung des Fehlers allerdings hinzog, erteilte er die Zustimmung zur Abfahrt von Zug DPN-L 85890 zunächst per Ersatzsignal „Zs 1“. Kurz vor der Weiche hielt der Triebfahrzeugführer seinen Zug allerdings an und teilte dem Fahrdienstleiter mit, dass die Weiche 116 zur Fahrt nach rechts statt nach links stehe. Um den Fahrweg aufzulösen, wurde vereinbart, dass der Triebfahrzeugführer seinen Zug zunächst zum Bahnsteig zurücksetzt.


Beim anschließenden Versuch, die Weiche umzustellen, stellte sich heraus, dass bei der Entstö­rung die Hauptsicherung für die 136 V-Versorgung der Weiche ausgelöst hatte. Nach der Erneu­erung der Sicherung waren alle Weichen wieder bedienbar. Anschließend ließ der Fahrdienstleiter zunächst RE 19079 in den Bahnhof einfahren, bevor er die Ausfahrzugstraße von N 3 nach Gundelsheim für Zug 85890 eingestellt hat. Durch die Zustimmung zur Abfahrt auf Hauptsignal setzte sich Zug 85890 in Bewegung. Auf der Weiche 116 kam es schließlich bei einer Geschwin­digkeit von etwa 50 km/h zur Entgleisung.

Unfallursache

Im 🔗 Untersuchungsbericht der BEU heißt es zur Unfallursache, dass die Entgleisung auf den Eingriff des LST-Mitarbeiters vor und während der Durchführung der Zugfahrt 85890 im Rahmen der Störungsbeseitigung an der Weiche 116 zurückzuführen war. „Dadurch ließ sich das Ausfahr­signal N 3 in Fahrtstellung bringen, obwohl die Weiche 116 keine Ordnungsstellung hatte“, schrei­ben die Unfallermittler.


red