Eisenbahnergewerkschaft begrüßt Nullrunde für Führungskräfte im DB-Konzern

Foto: DB AG / Volker Emersleben

Die Entscheidung der Deutschen Bahn AG, die Vergütungen für Vorstände und Führungs­kräfte im kommenden Jahr nicht zu erhöhen, ist von der Eisenbahnergewerkschaft EVG begrüßt worden.

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Konzernkreisen erfuhr, sollen die bundesweit knapp 5.500 leitenden Angestellten und außertariflich Beschäftigten der Deutschen Bahn 2021 keine Gehalts­erhöhung erhalten.

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DB-Vorstandschef Richard Lutz und DB-Personalvorstand Martin Seiler sprachen am Freitag in einem Schreiben an die Führungskräfte von einem Ausdruck von Solidarität innerhalb der Bahn und erklärten: „Nur gemeinsam sichern wir die Zukunft der DB.“ Sie erinnerten auch daran, dass Vorstandsmitglieder in diesem Jahr keine variable Vergütung erhalten und dass sie für Führungs­kräfte und außertariflich Beschäftigte geringer ausfällt als zuvor.

Die Nullrunde 2021 sei vergleichbar mit dem Tarifabschluss, den der Konzern im September mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) erzielt hatte, hieß es weiter. Zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft war wegen der gravierenden Einnahmerückgänge infolge der Corona-Krise vereinbart worden, dass Löhne und Gehälter für die Beschäftigten des Staatskonzerns erst wieder ab 2022 steigen werden – und zwar nur um 1,5 Prozent.

EVG begrüßt Nullrunde für Führungskräfte

„Mit seiner Entscheidung erfüllt der Vorstand die Forderung der EVG nach Gleichbehandlung aller Beschäftigten bei der Bewältigung der Schäden durch die Pandemie“, betonte der kommissarische EVG-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel. Damit sei ein weiterer Schritt für Gerechtigkeit und Wertschätzung der Leistungen aller Beschäftigten getan.



Für die Zukunft fordert die EVG die Überarbeitung aller bestehenden Erfolgsbeteiligungssysteme auch für Vorstände und Führungskräfte. Die Erfolgsbeteiligungen müssten sich zukünftig am Unternehmenserfolg orientieren, heißt es. „Wir wollen transparente und gerechte Regelungen, die zukünftig einheitlich im gesamten Konzern gelten sollen“, so Hommel.

Mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) gibt es noch keinen neuen Tarifabschluss. Bis zum kommenden Donnerstag (12. November) läuft hier eine Schlichtung unter der Leitung des früheren brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD). Die GDL hatte in den vergangenen Monaten immer wieder gefordert, die Verwaltung des DB-Konzerns zu verschlanken.


red