Pro-Bahn-Ehrenvorsitzender Naumann: Schienenausbau dauert „viel zu lange“

Foto: EVN / Pro Bahn

Laut dem Fahrgastverband Pro Bahn dauert der Ausbau des Schienennetzes in Deutschland deutlich zu lange. Das sagte der Ehrenvorsitzende des Verbands, Karl Peter Naumann, am Freitag in einem Interview.

Wie Naumann im Gespräch mit dem Deutschlandfunk sagte, werde noch immer mehr in die Straße als in die Schiene investiert. „Jetzt langsam mit dem Thema Deutschlandtakt scheint es sich etwas zu bewegen. Aber wir brauchen viel, viel zu lange, um das Schienennetz auszubauen“, betonte der 70-Jährige. Allein der Ausbau der Schnellfahrstrecke zwischen Berlin und München, der Anfang der 90er-Jahre beschlossen wurde, ist erst vor drei Jahren vollendet worden. „Das sind viel zu lange Planungs- und Bauzeiten, um wirklich in der Schiene was zu tun und was zu erreichen, damit man auch schneller zum Ziel kommt.“

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Naumann, der jahrelang Chef des Fahrgastverbands Pro Bahn war und heute Ehrenvorsitzender ist, bekräftigt, dass schnellere und häufigere Verbindungen auch mehr Fahrgäste in die Bahn locken werden. Dazu müsse man aber die Strecken zum Teil ausbauen. „Das ist ja auch im Deutschlandtakt vorgesehen. Gerade zwischen Köln und Berlin lässt sich mit Hilfe von Ausbau noch einiges erreichen, so dass man vielleicht dann doch auf eine Reisezeit irgendwo zwischen drei und vier Stunden kommt.“ Heute dauert die Fahrt zwischen der Rheinmetropole und der Bundeshauptstadt mit dem ICE knapp viereinhalb Stunden.

Im Regionalverkehr ist nach seiner Ansicht schon einiges verbessert worden: „In Schleswig-Holstein beispielsweise fahren auf den großen Hauptachsen die Regionalzüge alle halbe Stunde. Und dann ist es praktisch egal, wann man ankommt oder wann der Zug weiterfährt. Man kommt immer gut und rechtzeitig zu seinem Hauptbahnhof, wo dann der große Fernzug losgeht“, so Naumann.


red