München-Nürnberg-Express: Neue Skoda-Doppelstockzüge starten Mitte November in den Probebetrieb

Foto: DB AG / Claus Weber

Vier Jahre nach der ursprünglich geplanten Betriebsaufnahme der neuen Fahrzeuge für den schnellen Regionalverkehr zwischen München und Nürnberg soll die neue Zugflotte nun auf die Strecke kommen. 

Die Deutsche Bahn will die neuen Zuggarnituren ab dem 12. November in den Probebetrieb schicken. Nach derzeitigen Informationen werden die bis zu 190 km/h schnellen Züge zunächst aber nicht über die Schnellfahrstrecke sondern wegen der Schulung der Lokführer durch das Altmühltal verkehren.

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Sollte der Probebetrieb gut verlaufen, könnten die neuen Doppelstockzüge schon ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember nach und nach zum Einsatz kommen, wie ein Bahnsprecher auf Nachfrage bestätigte. Bislang setzt die Deutsche Bahn für den München-Nürnberg-Express noch immer ältere Intercity-Garnituren im Regio-Design ein.

Bereits 2013 wurden die sechs neuen Züge beim tschechischen Fahrzeugbauer Skoda Transpor­tation bestellt. Sie bestehen jeweils aus einer Lok der Baureihe 102 und sechs Doppelstockwagen mit insgesamt 676 Sitzplätzen. Die bisherigen IC-Garnituren verfügen hingegen nur über 413 Sitzplätze. Die Kosten für die Beschaffung der neuen Fahrzeuge liegen bei rund 110 Millionen Euro.

Aufgrund von Lieferproblemen wurde aus der ursprünglichen Betriebsaufnahme, die für Ende 2016 geplant war, nichts. Zudem erhielten die neuen Züge erst ab Ende 2019 eine Betriebsgenehmigung vom Eisenbahn-Bundesamt.



Skoda hatte den Auftrag, Doppelstockwagen zu bauen, die für eine Geschwindigkeit von 190 km/h ausgelegt sind, offenbar unterschätzt. Zudem müssen die Fahrzeuge druckdicht sein, damit Fenster und Türen auch den Kräften bei einer Tunnelbegegnung mit einem vorbeifahrenden ICE standhalten. Laut einem Bericht der Nürnberger Nachrichten sei die Druckdichte der breiten Eingangstüren bis zuletzt ein Thema gewesen.

Inzwischen sind alle sechs Garnituren nach Angaben der Deutschen Bahn aber abgenommen und betriebsbereit. „Die Skoda-Doppeldecker rollen nun an, schrittweise werden sie zum Fahrplan­wechsel eingeführt“, sagte ein Bahnsprecher am Montag.


red