Nordrhein-Westfalen: Lokführerinnen im Dialog – Fokus Bahn stärkt Austausch mit interessierten Frauen

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Noch immer ist der Führerstand überwiegend in männlicher Hand: Gerade einmal vier Prozent der beschäftigten Lokführer sind weiblich – und das, obwohl der Beruf für Frauen und Männer gleichermaßen attraktiv und geeignet ist. Fokus Bahn NRW setzt auf den persönlichen Austausch mit Powerfrauen und veranstaltet am 12. und 19. November einen digitalen Live-Dialog, um mehr Frauen für eine Karriere auf der Schiene zu begeistern.

Information von Fokus Bahn NRW

„Chancengleichheit bedeutet auch, gleichermaßen über Chancen informiert zu sein“, so Sabrina Marquardt, Beauftragte für Chancengleichheit der Agentur für Arbeit in Essen. Sie glaubt: Vielen Frauen sei nicht bewusst, welche Karriereperspektiven bei den Bahnen in NRW auf sie warten würden. „Die Verknüpfung zwischen Lokführerberuf und Männerdomäne ist immer noch stark – und diese gilt es aufzubrechen. Auch für Frauen ist dieser Beruf geeignet.“

Genau aus diesem Grund hat sie die Initiative ergriffen und gemeinsam mit Fokus Bahn NRW einen Infotermin auf die Beine gestellt: Anfang Oktober trafen sich arbeitssuchende Interessentinnen und Lokführerinnen von DB Regio, Keolis und National Express zum Erfahrungsaustausch.

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„Die Ausbildung ist nicht leicht, sondern sehr anspruchsvoll – aber am Ende lohnt es sich“, betonte Lokführerin Angelina Kunst gleich zu Beginn. Sie stellt klar: Es sei zwar nie ihr Kindheitstraum gewesen, Lokführerin zu werden – aber manchmal müsse man vertraute Vorstellungen verlassen, um Spaß am Beruf, Sicherheit und Zukunftschancen zu finden. „Ich bin mir sehr sicher, dass auch nicht jede Bürokauffrau als Kind gedacht hat: Das will ich später mal machen.“ Ihr Apell: Nicht immer auf altbekannte Werdegänge setzen, sondern die Augen für neue Wege und Perspektiven öffnen.

OnlineDialog: Powerfrauen berichten

„Wir haben so viele tolle Frauen bei den Bahnen in NRW und niemand kann so gut wie sie spürbar machen, was den Lokführerberuf so spannend macht“, so Barbara Tünnemann, Pressesprecherin der Initiative Fokus Bahn NRW „Keiner kann mehr authentische Einblicke in den Quereinstieg geben und gleichzeitig Bedenken der Interessentinnen so gut verstehen, wie unsere Lokführerinnen. Schließlich standen sie selbst einmal an dem Punkt, an dem sich viele arbeitssuchende Frauen jetzt befinden.“


Um auch in der aktuellen Pandemielage diesen persönlichen Austausch möglich zu machen, geht die Initiative nun digitale Wege: Am 12. und 19. November geben Lokführerinnen und Personalerinnen in Live-Dialogen Einblicke in den spannenden Berufsalltag der Lokführerinnen der Bahnen in NRW. Zuschauerinnen können schon jetzt oder live während der Veranstaltung ihre Fragen zum Beruf auf → bahnen.nrw stellen – diese werden im Live-Dialog beantwortet.

Das Interesse für den Beruf wächst

Und damit ist die Branche auf einem guten Weg: Dass der Beruf für Frauen immer interessanter wird, zeigen die Zugriffe auf die Jobkarte der Bahnen in NRW, mit der sich potentielle Bewerberinnen direkt bei zehn Eisenbahnverkehrsunternehmen in NRW vorstellen können. Insbesondere bei Frauen trifft das Angebot auf Zustimmung: Elf Prozent der Interessenten sind weiblich – verglichen mit den derzeit nur knapp vier Prozent beschäftigten Lokführerinnen in NRW ein großer Fortschritt.

„Dass es gelungen ist, mehr Frauen für den Beruf der Lokführerin zu gewinnen, der so lange als Männerdomäne galt, ist für uns ein besonders ermutigendes Signal“, sagt Joachim Künzel, Programmleiter Fokus Bahn NRW und Geschäftsführer Nahverkehr Westfalen Lippe. Mit weiteren, mehr als 300 Bewerbern innerhalb einer Woche erhielt auch das Angebot eines digitalen Pilotkurses großen Zulauf, den Fokus Bahn gemeinsam mit National Express auf den Weg gebracht hat und dessen erfolgreicher Verlauf nun intensiv begleitet und bewertet wird.


red/PM Fokus Bahn NRW