Schlichtung im Tarifstreit zwischen GDL und DB AG gescheitert

Foto: EVN

Die Schlichtung im Tarifstreit zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn ist vorerst gescheitert. Die Empfehlung des gemeinsamen Schlichters ist am Mittwoch von der GDL abgelehnt worden.

Das Schlichtungsverfahren zwischen der Deutschen Bahn AG und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist mit einer Einigungsempfehlung des gemeinsam benannten Schlichters Matthias Platzeck zu Ende gegangen. Während die DB dem Einigungsvorschlag zustimmte, lehnte die GDL die Empfehlung ab.

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„Es ist völlig unverständlich, dass die GDL sich mitten in dieser größten Krise der Verantwortung entzieht und sich einer Lösung verweigert“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler mit Blick auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie. „Mit dem Schlichterspruch wären wir an die Grenze des Machbaren gegangen, denn er enthält auch in schwierigen Zeiten Elemente von Lohnzuwachs und Zukunftssicherung.“

Der Schlichterspruch beinhaltet Lohnerhöhungen um 1,5 Prozent und zusätzlich eine Corona-Sonderprämie in Höhe von 800 Euro beziehungsweise 600 Euro für einzelne höhere Entgelt­gruppen. Dies entspricht in etwa dem Abschluss, den die Deutsche Bahn im September mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) getroffen hat.

GDL: Eigenständigkeit der Lokführergewerkschaft infrage gestellt

Der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky monierte, dass sich der angebotene Tarifabschluss zu sehr an dem bestehenden Vertrag der Deutschen Bahn mit der größeren EVG orientiere. „Das aber stellt die Eigenständigkeit der Tarifpartei GDL in Frage und ist für uns unannehmbar.“



Die Lokführergewerkschaft hatte vor der Schlichtung im Oktober unter anderem eine allgemeine Entgelterhöhung um 4,8 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten (bis 28. Februar 2022), ein Entgeltplus von 100 Euro für Auszubildende sowie eine Corona-Zulage von 1.300 Euro als Anerkennung für alle direkten Arbeitnehmer gefordert.

Schlichter Platzeck zeigt sich enttäuscht: Laut Medienberichten erklärte der frühere branden­bur­gische Ministerpräsident, dass es „wirklich mehr als bedauerlich“ sei, dass man keine Einigung erreichen konnte. „Wir waren aus meiner Sicht kurz vor dem Ziel“, so Platzeck.


red