DB-Güterbahn-Chefin fordert Produktsiegel für klimafreundlich transportierte Waren

Foto: DB AG / Wolfgang Klee / Max Lautenschläger

Die Vorständin für die Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn, Sigrid Nikutta, hat sich für ein Produktsiegel ausgesprochen, das den Transport der Waren berücksichtigt. 

„Wir machen uns zu wenig bewusst, wie die Waren, die wir täglich konsumieren, eigentlich zu uns kommen“, sagte die Chefin von DB Cargo im Interview mit dem Tagesspiegel. Noch immer seien viele Transportwege zu lang und nicht umweltschonend. „Ich wünsche mir daher ein Produktsiegel, auf dem steht: Klimafreundlich auf der Schiene transportiert. Denn das gehört zu wirklich nachhaltigem Konsum“, so Nikutta.

Die Deutsche Bahn selbst investiert derzeit in größerem Umfang in umweltschonendere Loks für den Güterverkehr. Laut der DB-Cargo-Chefin seien die Rangierloks im Schnitt 44 Jahre alt, 60 Prozent müssen bis 2030 ausgetauscht werden. „Wir setzen auf umweltschonende Hybridtechnik und haben im ersten Schritt 100 Loks bestellt, die mit Diesel und Strom fahren können.“ Weitere 150 Rangierloks würden entsprechend umgebaut. Zudem habe man 100 Zweikraftloks bestellt, die sowohl auf der Strecke als auch im Rangierdienst fahren können.



Die defizitäre Gütersparte der Bahn leidet derzeit zusätzlich unter den Folgen der Corona-Pandemie. Gerade im Frühjahr hat sie deshalb weniger transportiert. Zuletzt stiegen die Aufträge aber wieder. „Wir haben uns gemeinsam aus dem tiefen Tal herausgekämpft“, sagte Nikutta. „Der Oktober lief so gut wie voriges Jahr, das ist unter diesen Bedingungen ein schöner Erfolg.“ Die erneuten Einschränkungen zeigten aber, dass man mit Prognosen vorsichtig sein müsse.


red