Neubaustrecke Frankfurt/Main–Mannheim – Vorzugsvariante für neue ICE-Trasse vorgestellt

Foto: DB AG / Georg Wagner (Archiv)

Für den Ausbau des Fernverkehrs zwischen Frankfurt am Main und Mannheim soll eine neue Schnellfahrtrasse zwischen beiden Städten entstehen. Am Freitag hat die Deutsche Bahn den geplanten Verlauf für die künftige Bahnstrecke vorgestellt.

Mit einer Fahrzeit von nur noch 29 statt bisher etwa 40 Minuten sollen in einigen Jahren doppelt so viele Fernzüge zwischen Frankfurt am Main und Mannheim unterwegs sein als heute. Dafür ist eine neue Schnellfahrstrecke vorgesehen, durch die auch mehr Platz für zusätzliche Nahverkehrs- und Güterzüge auf der bestehenden Bahnstrecke geschaffen wird. Die geplante Neubaustrecke Rhein/Main–Rhein/Neckar würde die Lücke zwischen den Schnellfahrstrecken Köln–Rhein/Main und Mannheim–Stuttgart/Karlsruhe-Basel schließen.

Die neue rund 58 Kilometer lange Trasse soll nach aktuellen Planungen von Frankfurt kommend zwischen Zeppelinheim und Lorsch entlang der Autobahnen A5 und A67 verlaufen und anschließend zwischen Lorsch und Mannheim weitgehend im Tunnel geführt werden. Auch ein Anschluss der Strecke an die Stadt Darmstadt ist vorgesehen, um einen ICE-Halt weiterhin zu gewährleisten. DB-Angaben zufolge soll das Baugenehmigungsverfahren für den ersten Abschnitt der Strecke zwischen Zeppelinheim und Darmstadt Nord im Sommer 2021 starten. Die Höchstgeschwindigkeit der neuen ICE-Trasse soll bis zu 300 km/h betragen.

Quelle: DB AG

Über den besten Verlauf der neuen Gleise hat sich die Deutsche Bahn in den letzten vier Jahren mit der Region ausgetauscht. Mehr als 30 mögliche Streckenführungen wurden dabei gemeinsam besprochen und hinsichtlich ihrer jeweiligen Vor- und Nachteile bewertet. Die Deutsche Bahn hat den Mitgliedern des Beteiligungsforums Rhein/Main–Rhein/Neckar nun das Ergebnis vorgestellt. Die Streckenvariante II.b habe sich in Summe aller Bewertungskriterien als die beste Variante erwiesen, heißt es. Laut der Deutschen Bahn würden mit dieser Streckenführung die wenigsten Menschen von Schienenlärm belastet und eine Neuzerschneidung der Landschaft vermieden.


„Die Neubaustrecke entlastet mit dem Knoten Frankfurt einen der größten Engpässe des Bahnverkehrs in Deutschland, schafft Kapazität für den Nah- und Fernverkehr und sichert gleichzeitig die Anbindung von Darmstadt“, sagte Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. Der intensive Dialogprozess habe gezeigt, dass sich Transparenz, Bürgerbeteiligung und Fortschritt im Verfahren nicht ausschließen müssen. „In der von Technologie und Wissenschaft geprägten Region ist eine leistungsfähige und moderne Schieneninfrastruktur unverzichtbar“, betonte Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann. „Unsere Straßen sind voll und auch die Schienen haben kaum noch freie Kapazitäten. Nur mit dem konsequenten zügigen Aus- und Neubau der Schiene kann die aus Klimaschutzgründen dringend notwendige Verkehrswende gelingen.“

Auch Darmstadt könne nach Angaben der Deutschen Bahn mit der jetzt gefundenen Streckenvariante bereits vor Inbetriebnahme der gesamten Neubaustrecke an den Hessen-Express zwischen Wiesbaden und dem Frankfurter Flughafen angebunden werden. Die Fahrzeit zwischen Frankfurt Flughafen und Darmstadt würde dann nur noch 15 statt heute etwa 40 Minuten betragen. Nachts würden die Anwohner an den Bestandsstrecken Riedbahn und Main-Neckar-Bahn von Güterverkehr entlastet, da dieser später über die Neubaustrecke geleitet werden soll.


red