Verkehrsminister Scheuer nutzt für Dienstreisen häufig das Flugzeug statt den Zug

Foto: Bundestag / Simone M. Neumann

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünenfraktion, Stefan Gelbhaar, hat Bundes­verkehrs­minister Andreas Scheuer (CSU) für seine häufigen Dienstflüge kritisiert. 

Laut einem Bericht des Spiegel nutzte Scheuer das Flugzeug für Dienstreisen besonders oft, um Termine in Bayern wahrzunehmen. Wie eine Aufstellung seiner 27 Dienstflüge aus den vergangenen zwölf Monaten zeigt, flog er 16-mal die Strecke Berlin–München oder retour. Nur sechs Flüge starteten und landeten außerhalb Bayerns. Die Fraktion der Grünen im Bundestag hat die Daten bei der Bundesregierung erfragt. Demnach trat Scheuer 16 Flugreisen für die Reise zum Dienstsitz oder zu Arbeitstreffen mit anderen Politikern an.

Scheuer nutzte das Flugzeug aber auch elfmal für Termine wie Spatenstiche, nicht näher definierte Pressetermine oder etwa die Eröffnung einer Wasserstofftankstelle. Neun dieser PR-Termine fanden in Bayern statt, Scheuers Heimat. „Der Bundesverkehrsminister lässt sich regelmäßig zu Fototerminen im Wahlkreis und in Bayern einfliegen. Es stellt sich die Frage, ob Andreas Scheuer denkt, er sei bayerischer Wirtschaftsminister“, kritisiert Stefan Gelbhaar, Sprecher der Grünenfraktion für Verkehrspolitik. Außerdem fliege Scheuer zwischen Berlin und München besonders viel, obwohl es hier eine der schnellsten Zugverbindungen gebe. „Umweltbewusstsein geht anders“, sagt Gelbhaar.

Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums teilte auf die Frage nach dem Grund für die vielen Bayern-Besuche mit: „Der Minister nimmt bundesweit eine Vielzahl von Terminen wahr. So auch im genannten Zeitraum. Die Wahl des Verkehrsmittels hängt von der Entfernung, dem Zeitplan und der Erreichbarkeit ab.“


red/dts