GDL will Hauptgewerkschaft für verschiedene Bahn-Berufsgruppen werden

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: Pixabay

Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, hat am Donnerstag in Dresden angekündigt, dass seine Gewerkschaft künftig sämtliche Berufsgruppen innerhalb der Deutschen Bahn vertreten will.

Wie Weselsky sagte, werde die GDL der Deutschen Bahn nun Forderungen auch für die Mitarbeiter der übrigen Berufssparten des Konzerns vorlegen. Damit gibt die GDL ihre selbst auferlegte Beschränkung auf das Zugpersonal auf. In Zukunft wolle man „Verantwortung für das Gesamtsystem Eisenbahn und die dort vertretenen systemrelevanten Berufsgruppen“ übernehmen. “Lasst uns die Kräfte vereinen, in einer Gewerkschaft, die den Namen verdient”, sagte Weselsky mit Blick auf die größere Eisenbahnergewerkschaft EVG.



Zwischen der EVG und der Deutschen Bahn war im September ein Sanierungstarifvertrag vereinbart worden, der aufgrund der corona-bedingten Schäden unter anderem eine nur geringe Lohnsteigerung um 1,5 Prozent vorsieht. Diese Tarifvereinbarung wollte der DB-Konzern zu weiten Teilen auch auf die GDL übertragen, zuzüglich einer Corona-Bonus-Zahlung. Die Lokführergewerkschaft lehnte dies ab und sprach von einem Angriff auf die Tarifautonomie.

Sollte die Deutsche Bahn weiterhin auf ihren Positionen beharren, sei die GDL nach dem Ende der Friedenspflicht am 28. Februar 2021 auch bereit zu streiken.


red