Streit unter den Bahn-Gewerkschaften: EVG antwortet auf Kampfansage der GDL

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: Pixabay

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat auf die Kampfansage der kleineren Lokführergewerkschaft GDL reagiert und spricht ihr jegliche Durchsetzungsfähigkeit im DB-Konzern ab.

„Mit rund 15.000 aktiven Mitgliedern ist die GDL in den Betrieben der Deutschen Bahn AG nicht durchsetzungsfähig“, schreibt die EVG in einer ersten Reaktion. Die Lokführergewerk­schaft hatte am Donnerstag angekündigt, die Mitglieder-Werbung stark auszubauen und künftig neben den Zugpersonalen auch die Interessen der Bahn-Beschäftigten aus anderen Bereichen vertreten zu wollen.



Die EVG werde weiter im Interesse aller Eisenbahnerinnen und Eisenbahner handeln, heißt es in der Erklärung. Sie biete jeder Organisation die Zusammenarbeit an. „Die EVG hat bei der DB AG Einkommen und Arbeitsplätze trotz Krise nachhaltig gesichert“, betont die größere der beiden Bahn-Gewerkschaften.

Zwischen der EVG und der Deutschen Bahn war im September ein Sanierungstarifvertrag vereinbart worden, der aufgrund der corona-bedingten Schäden unter anderem eine nur geringe Lohnsteigerung um 1,5 Prozent vorsieht. Diese Tarifvereinbarung wollte der DB-Konzern zu weiten Teilen auch auf die GDL übertragen, zuzüglich einer Corona-Bonus-Zahlung. Die Lokführergewerkschaft lehnte dies nach einer kürzlich gescheiterten Schlichtung ab. GDL-Chef Weselsky bezeichnete die konkurrierende EVG, wegen des – aus seiner Sicht – schlechten Tarifabschlusses, als „Einkommensverringerungsgewerkschaft“. 

Laut den Zahlen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hatte die EVG zuletzt über 185.000 Mitglieder. Bei der GDL sind es nach eigenen Angaben bundesweit rund 34.000, Beschäftigte von privaten Wettbewerbsbahnen eingerechnet.


red