Bürgerinitiative stellt nach Güterzugunfall Strafanzeige gegen Deutsche Bahn

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: Feuerwehr Niederlahnstein (Archiv)

Die „Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn e.V.“ hat Strafanzeige gegen die Deutsche Bahn AG gestellt. Als Begründung nennen die Organisatoren mögliche Gefahren von Umwelt­schäden nach dem Güterzugunfall in Niederlahnstein Ende August.

Wie TV Mittelrhein berichtet, geht es in der Strafanzeige um den „Verdacht der unbefugten Gewässerverunreinigung und die Vorsätzliche Unterlassung der Entfernung von ca. 90.000 Litern Dieselöl aus dem Boden an der Unfallstelle.“

Die Initiative wirft der Deutschen Bahn zudem Desinformation vor, weil das Unternehmen zunächst von weitaus weniger Diesel im Erdreich gesprochen hatte. Damit läge der Verdacht nahe, dass die Behörden, der Rhein-Lahn-Kreis sowie die Struktur- und Genehmigungs­direktion (SGD) Nord „hier bewusst getäuscht“ worden seien und ggf. „unter falschen Voraussetzungen dem Sanierungskonzept zugestimmt haben.“ Damit könnte – nach Ansicht der Initiative – „der Tatbestand einer unbefugten und somit strafrechtlich relevanten Gewässerverunreinigung durch Unterlassen gegeben sein.“



Auch Lahnsteins Oberbürgermeister Peter Labonte hat die Deutsche Bahn bereits für ihre mangelhafte Kommunikation im Zusammenhang mit der Beseitigung der Unfallschäden kritisiert, nachdem ein neues Gutachten das wahre Ausmaß zutage gefördert hatte: „Bei erster Durchsicht der Dokumentation kann man zu dem Ergebnis gelangen, dass die DB Netz AG seit dem Unfallergebnis vom 30. August 2020 offenbar nicht immer mit offenen Karten gespielt hat und es ausschließlich das vorrangige Ziel des Unternehmens war, den Bahnbetrieb möglichst schnell wieder aufzunehmen.“ Laut Labonte könne man den Eindruck bekommen, „dass sowohl die Stadt Lahnstein, als auch die Genehmigungsbehörden bewusst getäuscht werden sollten.“ Das sagte er in einer Mitteilung seiner Stadt am 6. November.

Die Deutsche Schienenhilfe kündigte vor wenigen Tagen an, dass sie eine mögliche Schadenersatzklage der Stadt Lahnstein gegen die Deutsche Bahn mit 10.000 Euro finanziell unterstützen würde. Das Geld dafür sei bei Anwohnern des Mittelrheintals bereits gesammelt worden, sagte Schienenhilfe-Sprecher Jochen Zenthöfer.


red