Nach Zugentgleisung im November 2019: TRI-Chef äußert sich zu Zwischenbericht der Unfallermittler

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: EVN (Archiv)

Laut dem Zwischenbericht der Eisenbahnunfallermittler sind an den Reisezugwagen, die am 22. November 2019 bei der Ausfahrt aus dem Münchner Hauptbahnhof entgleist sind, „fahrzeugtechnische Mängel“ festgestellt worden. Der Chef des Eisenbahnunternehmens TRI ist aber überzeugt, dass diese nicht zum Unfall geführt haben können.

Wie Tobias Richter, Geschäftsführer der TRI Train Rental GmbH, am Wochenende gegenüber Bahnblogstelle/EVN mitteilte, seien bei den bisherigen Ermittlungen der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) lediglich „zwei schlecht geschmierte Puffer erkannt“ worden. Für die Reisezugwagen sei das „von der DB zugelassene biologisch abbaubare Pufferfett“ verwendet worden, welches sich aber „offenkundig zu schnell verflüchtigt“. Der TRI-Chef verwies zudem darauf, dass die BEU weiterhin in alle Richtungen ermittle.

„Es steht für uns jedoch außer Frage, dass zwei schlecht geschmierte Puffer nicht zwei Wagen zum Entgleisen bringen können. Hier bedarf es weiterer Umstände, die aktuell vom BEU weiter untersucht werden“, betonte Richter.


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Fakt sei außerdem, so der TRI-Chef, dass die BEU – von den beiden schlecht geschmierten Puffern abgesehen – „an den beiden Fahrzeugen, wie auch an den weiteren Fahrzeugen des Zuges einschließlich des Tfz, keinerlei technische Mängel“ festgestellt habe. Weiter machte Richter in seiner Stellungnahme deutlich, dass erst „drei Tage vor der Entgleisung“, im Zuge der von DB Regio durchgeführten wöchentlichen Wagenuntersuchung, „keine Mängel festgestellt“ worden seien.

Dem TRI-Chef zufolge habe es vor zwei Wochen Versuchsfahrten mit einer identischen Zuggarnitur und identischem Fahrweg zur Ermittlung der tatsächlichen Unfallursache im Beisein von fachkundigen Mitarbeitern von DB Netz gegeben. Die Auswertung der Ergebnisse laufe noch. „Wir warten die finale Bewertung der BEU ab und werden uns an keinen Schuldzuweisungen beteiligen“, so Richter abschließend.


red