Deutsche Bahn unterstützt Siemens bei der Entwicklung eines Wasserstoffzuges

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: Siemens Mobility (Visualisierung)

Nachdem der Zughersteller Alstom mit seinem Coradia iLint bereits Serienreife erreicht hat, will nun auch Siemens nachlegen und einen Zug mit Wasserstofftechnologie auf die Schiene bringen. Die Deutsche Bahn und der Münchner Bahntechnikkonzern arbeiten dabei zusammen.

Die Deutsche Bahn unterstützt die Entwicklung eines mit Wasserstoff angetriebenen neuen Zugtyps von Hersteller Siemens. Wie das Unternehmen am Montag bekannt gab, geht es um ein Gesamtsystem, bestehend aus einem neu entwickelten Zug und einer neu konzipierten Tankstelle. Für das Vorhaben rüstet die Deutsche Bahn ihr Instandhaltungswerk in Ulm so um, dass der Wasserstoffzug in Zukunft dort gewartet werden kann.

Der Zug, den Siemens Mobility bauen wird, basiert auf dem Regionaltriebzug Mireo Plus. Er wird als zweiteilige Version mit einem neu zu entwickelnden Wasserstoffantrieb ausgerüstet. Wie eine Bahnsprecherin erklärt, soll der Mireo Plus H so leistungsfähig wie ein elektrischer Triebzug sein und eine Reichweite von 600 Kilometern haben.



Die Kooperation umfasst, dass die Deutsche Bahn eine neuartige Wasserstofftankstelle entwickelt. Damit soll der Zug in derselben Zeit betankt werden wie ein Dieselzug. DB-Angaben zufolge soll der Wasserstoff in Tübingen von der Bahntochter DB Energie mit Hilfe von Ökostrom produziert werden.

Das System aus Fahrzeug und der passenden Infrastruktur soll Dieseltriebzüge im Regional­verkehr ersetzen und die CO2-Emissionen auf der Schiene stark reduzieren. Geplant ist ein einjähriger Probebetrieb des Zuges im Raum Tübingen, den das Ministerium für Verkehr in Baden-Württemberg unterstützt. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infra­struktur (BMVI) hat eine Förderung des Projekts in Aussicht gestellt.

Grafik: Siemens / DB AG

Während des für 2024 geplanten Probebetriebs zwischen Tübingen, Horb und Pforzheim soll der Zug einen dort fahrenden Dieseltriebwagen ersetzen. Laut der Bahnsprecherin sei der Einsatz von Wasserstoffzügen für das Unternehmen eine zusätzliche Möglichkeit – neben der weiteren Elektrifizierung des Streckennetzes, klimaneutral zu werden. Durch den Einsatz von Wasserstoffzügen will die Deutsche Bahn künftig viele Tonnen CO2 einsparen.

Siemens-Konkurrent Alstom hat bereits einen Triebwagen mit Wasserstoffantrieb entwickelt, der mittlerweile Serienreife erreicht hat. Der Wasserstoffzug Coradia iLint wurde bereits in Deutschland, den Niederlanden und Österreich getestet und soll ab Anfang 2022 im Elbe-Weser-Netz im Regelbetrieb eingesetzt werden. Ab Dezember 2022 soll dieser Zugtyp auch in der Rhein-Main-Region verkehren.


red