Bundespolizei warnt vor dem Umfahren geschlossener Halbschranken

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: DB AG (Symbolbild) |

In den letzten Tagen kam es im Bereich des Münchner S-Bahn-Netzes zu zwei glimpflich ausgegangenen Zusammenstößen zwischen je einem PKW und einer S-Bahn. Grund für die Kollisionen war jeweils das „Umfahren der bereits geschlossenen Halbschranken“ an den Bahnübergängen, wie eine Sprecherin der Bundespolizei mitteilt.

So ereignete sich am Montag (23. November) an einem Bahnübergang in Grafing ein Zusammenstoß zwischen einem S-Bahn-Triebzug und dem PKW einer 72-jährigen Auto­fahrerin. Laut der Bundespolizeisprecherin hatte die Frau die Halbschranke umfahren und dann den Gleisbereich überquert, wo sie mit der herannahenden S-Bahn kollidierte.

Zu einem weiteren Unfall ähnlicher Art kam es auch in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (24./25. November) gegen 0.40 Uhr an einem Bahnübergang in der Gemeinde Neubiberg im Landkreis München. Hier war ebenfalls die geschlossene Halbschranke missachtet worden. Die 53-jährige Unfallverursacherin, die laut der Münchner Polizei alkoholisiert unterwegs war, wurde mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei hat gegen die Frau ein Ermittlungsverfahren wegen Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, Gefährdung des Straßenverkehrs und unerlaubten Entfernens vom Unfallort eingeleitet. Der Sachschaden am PKW sowie der S-Bahn und der Schrankenanlage wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt.


Die Bundespolizei warnt nach den beiden erneuten Unfällen eindringlich davor, Bahnüber­gänge zu überqueren oder zu betreten, wenn sich die Schranken bereits geschlossen haben. Die Polizeisprecherin erklärt dazu: „Der Zug hat keine Möglichkeit, einem möglichen Hindernis auf dem Bahnübergang auszuweichen. Außerdem benötigt der Zug auf Grund seiner großen Masse für eine Bremsung einen deutlich längeren Bremsweg, als dies bei einem Straßenfahrzeug der Fall ist.“ Lokführer können, wenn sie eine Gefahr auf dem Bahnübergang erkennen, in der Regel zwar noch eine Schnellbremsung einleiten, die Kollision verhindern können sie allerdings in den seltensten Fällen. Viele dieser Unfälle enden für Autofahrer zudem tödlich.

Der Sinn der Halbschranken besteht darin, dass Straßenverkehrsteilnehmer den Gefahren­bereich des Bahnübergangs notfalls jederzeit verlassen können, so dass niemand zwischen den Schrankenbäumen eingeschlossen werden kann.