Bahnindustrie-Verband: Bundeshaushalt 2021 legt entscheidende Grundlage für Schiene 4.0

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Der Bahnindustrie-Verband in Deutschland hat die Ergebnisse der Bereinigungssitzung im Haushalts­ausschuss des Bundestages zum Bundeshaushalt 2021 begrüßt und hob insbesondere den „starken finanziellen Impuls für die Digitalisierung der Schiene“ hervor.

„Dieser Haushalt spiegelt einen Paradigmenwechsel in der Mobilität mit dem Ziel, die bisherigen Antagonisten Klimaschutz und Wirtschaftswachstum gleichzeitig voranzutreiben“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Bahnindustrie in Deutschland (VDB), Ben Möbius. „Für diesen Green Re-Start spielt das Upgrade der Schiene die Schlüsselrolle. Deshalb ist die jetzt beschlossene fiskalische Unterstützung für Schiene 4.0 die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit.“



Der Haushaltsentwurf 2021 sieht unter anderem starke Investitionen in die Infrastruktur vor. Hierzu gehören laut dem VDB bessere Anreize für die Modernisierung von Bahnhöfen, welche die Reisenden im Alltag rasch bemerken werden, Innovationsprogramme für elektrische Güterbahnen, also für klimaneutrale Logistik, und für alternative Antriebe, mit denen Züge künftig auch ohne Oberleitung emissionsfrei unterwegs sein können. Die Basis der Digitalisierung soll das Schnellläuferprogramm für das Vorziehen von Investitionen in die digitale Schieneninfrastruktur der Zukunft legen. Auf das Schnellläuferprogramm hatten sich der Bahnindustrie-Verband, die Deutsche Bahn AG und das Bundesverkehrsministerium schon im September in einem Memorandum of Understanding gemeinsam verpflichtet.

Damit auch die Digitalisierung der Fahrzeuge mittelfristig nicht zu kurz kommt, fordert der VDB gemeinsam mit anderen Branchenverbänden den Bundestag auf, die Voraussetzungen für eine Vollförderung der Fahrzeugumrüstung bis 2030 zu schaffen. Nach Ansicht des Verbands sollte aber auch das Schienenforschungsprogramm finanziell besser ausgestattet werden. Dem Deutschen Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF) steht aktuell ein Etat von rund 18 Millionen Euro zur Verfügung. Damit eine Intensivierung der Forschung für neue Mobilitätslösungen möglich ist, sollte das Programm aber auf mindestens 100 Millionen Euro jährlich steigen, fordert der Verband.