Allianz pro Schiene: Verkehrsverlagerung im Güterverkehr kommt kaum voran

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Das Ziel der Bundesregierung, den Marktanteil des Schienengüterverkehrs von derzeit 19 auf 25 Prozent bis 2030 zu erhöhen, rückt nach Ansicht der Allianz pro Schiene in immer weitere Ferne.

„Mit dem bisherigen Tempo wird die Bundesregierung ihr Verlagerungsziel für den Schienen­güterverkehr erst im Jahr 2042 erreichen“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. „Damit sind die Klimaziele im Verkehr nicht zu schaffen. Dabei spielt der Stillstand bei der Verlagerung von der Straße auf die Schiene eine entscheidende Rolle.“

Nach den Zahlen des Verkehrsbündnisses stieg der Marktanteil der Schiene 2019 um gerade einmal 0,3 Prozentpunkte auf 19,0 Prozent. Innerhalb eines Jahrzehntes nahm er lediglich um zweieinhalb Prozentpunkte zu. Das sei viel zu wenig, betonte die Schienenallianz „um das Ziel der Bundesregierung von 25 Prozent bis 2030 zu erreichen.“ Mit einem Anteil von über 71 Prozent hält der Lkw demnach seine dominante Stellung im Güterverkehr.



Zu den Gründen, die eine schnellere Verlagerung auf die klimafreundliche Schiene behindern, gehören laut dem Verkehrsbündnis die hohe Stromsteuer für Güterbahnen, viele Grenzübergänge ohne Elektrifizierung, Gewerbegebiete ohne Gleisanschlüsse und veraltete Kupplungen. Ausgebremst im Wettbewerb würden die Bahnen aber auch durch zahlreiche staatliche Vergünstigungen für den Lkw. Die reichten von den Diesel-Subventionen über Kaufprämien bis hin zu großzügigen Ausnahmen bei der Maut, schreibt die Schienenallianz in ihrer Mitteilung.

Entscheidend für eine Effizienzsteigerung im Schienengüterverkehr sei nach Aussage der Logistikexpertin Berit Börke die Ertüchtigung des Schienennetzes für längere 740-Meter-Güterzüge. Über die Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit entscheide oft die Frage, ob ein Zug mit einer größeren Länge und damit kostengünstiger unterwegs sein könne, betonte sie. Börke ist stellvertretende Sprecherin des Förderkreises der Allianz pro Schiene und CEO bei PARTNER FOR PIONEERS.