Alstom liefert ab 2023 erste Wasserstoffzüge für Italien

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: Alstom (Visualisierung) |

Der französische Zugbauer Alstom hat einen Auftrag über die Lieferung von sechs Wasserstoff-Triebzügen für den Einsatz in Italien erhalten.

Die Bestellung hat einen Gesamtwert von rund 160 Millionen Euro und enthält zudem eine Option auf acht weitere Züge. Geliefert werden die Fahrzeuge an die größte Verkehrs- und Mobilitätsgruppe in der italienischen Region Lombardei, die FNM (Ferrovie Nord Milano). Laut Herstellerangaben sollen die Züge ab Ende 2023 ausgeliefert werden.

Die neuen Wasserstoffzüge basieren auf der Regionalzugplattform Coradia Stream, die für den europäischen Markt bestimmt ist und bereits in den italienischen Alstom-Standorten gebaut wird. Der wasserstoffbetriebene Coradia Stream für FNM soll mit der gleichen Brennstoffzellen-Antriebstechnologie ausgestattet sein, die mit dem Zugtyp Coradia iLint eingeführt wurde. Die Wasserstoffversion soll der Betriebsleistung von Diesel­zügen entsprechen, ebenso ihrer Reichweite.



Die Coradia Stream-Züge für FNM werden von Alstom in Italien gebaut. Die Projektentwick­lung sowie ein Großteil der Fertigung und Zertifizierung erfolgen an Alstoms Standort in Savigliano. Der Standort in Sesto San Giovanni wird die Konstruktion und Fertigung der Antriebssysteme und anderer Komponenten für das Projekt übernehmen, und die fahrzeug­seitigen Signalsysteme werden vom Standort Bologna geliefert.

Zughersteller Alstom hat bereits einen Triebwagen mit Wasserstoffantrieb entwickelt, der mittlerweile Serienreife erreicht hat. Der Wasserstoffzug Coradia iLint wurde bereits in Deutschland, den Niederlanden und Österreich getestet und soll ab Anfang 2022 im Elbe-Weser-Netz im Regelbetrieb eingesetzt werden. Ab Dezember 2022 soll dieser Zugtyp auch in der Rhein-Main-Region verkehren.