Österreich: Verpflichtende Dienstfreistellung für Eisenbahnbedienstete nach schweren Unfällen

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: Pixelio / Gabi Eder |

Der Ministerrat in Österreich hat auf Antrag von Klimaschutz- und Verkehrsministerin Leonore Gewessler Neuerungen für Eisenbahnbedienstete beschlossen. Dadurch soll die Arbeitssituation für die Mitarbeiter nach schweren Unfällen verbessert werden.

Konkret geht es um die Aufnahme einer verpflichtenden dreitägigen Dienstfreistellung nach dem Erleben eines schweren Unfallereignisses. Zudem wurde gegenüber dem Arbeitgeber die Verpflichtung festgeschrieben, den Triebfahrzeugführerinnen und -führern in diesen Fällen psychologische Hilfe anzubieten.

Wie Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) betonte, komme es leider auch im Schienenverkehr zu belastenden Unfällen, die für die Beschäftigten mitunter nur schwer zu verarbeiten seien. Konkrete gesetzliche Rahmenbedingungen für eine entsprechende Unterstützung hätten jedoch bislang gefehlt. „Mit der Gesetzesnovelle schaffen wir nun zwei maßgebliche Verbesserungen: verpflichtende Dienstfreistellung von 72 Stunden und das Angebot an psychologischer Unterstützung nach schweren Unfällen. Das dient der Gesundheit der Eisenbahnbediensteten und der Sicherheit auf der Strecke“, so Österreichs Verkehrsministerin.

Von der Freistellung könne nur abgesehen werden, wenn durch entsprechend psychologisch geschulte Kräfte die Diensteignung festgestellt werde.

Mit der Gesetzesnovelle sollen insgesamt die Richtlinien des vierten Eisenbahnpaketes der Europäischen Union innerstaatlich umgesetzt werden, die vor allem eine Neuregelung der Rollen zwischen Europäischer Eisenbahnagentur und nationalen Behörden vorsieht.