DB Cargo will gesamte Logistikkette und neues Expresszug-Netzwerk anbieten

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: DB AG |

DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta will die Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn zum wichtigsten Bahnlogistik-Unternehmen Europas machen. In einem Interview kündigte sie an, dass Kunden zukünftig „die gesamte Logistikkette“ aus einer Hand bekommen sollen.

„Der Kunde braucht künftig nur noch uns“, kündigte die Güterbahn-Chefin im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) an. Dabei spiele es auch keine Rolle mehr, ob die Standorte der Unternehmen Gleisanschlüsse hätten. „Wir organisieren die gesamte Logistikkette.“ Ein Kernelement in dem Angebot seien die Expresszüge, die Fracht über Nacht in die Wirtschaftszentren bringen sollen.

Das Rückgrat des Güterbahnbetreibers sei sein System aus Rangier- und Knotenbahnhöfen, das insgesamt 140 Verknüpfungspunkte umfasse. „Jetzt wollen wir auch kleinere Volumina von Kunden ohne Gleisanschluss transportieren.“ Im Frühjahr und Sommer 2021 sollen neue Verbindungen nach und nach auf die Schiene gebracht werden. „Wir knüpfen ein regelrechtes Expresszug-Netzwerk“, kündigte Nikutta an. DB Cargo will dabei Verbindungen wie Hamburg–Berlin, Hamburg–Stuttgart, Köln–Berlin, Köln–München, Bremen–Stuttgart und Mannheim–München anbieten. Kunden soll es möglich sein, den Transportauftrag kurzfristig online zu buchen.


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Wie die DB-Cargo-Chefin betonte, seien auch die Hürden für Transporte ins Ausland „nicht sehr hoch“. 60 Prozent der Verkehre seien bereits grenzüberschreitend.

Nikutta zeigte sich überzeugt, dass das historische Zeitfenster für die Schiene jetzt sei. Denn die produzierenden Unternehmen würden künftig die gesamte Wertschöpfungskette unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten aufbauen. „Und dann braucht man auch klimafreundliche Transporte.“

Neue Industriegebiete ohne Gleisanschluss sollte es nach Ansicht von Nikutta nicht mehr geben. „Das müsste schon in den Genehmigungsverfahren verankert werden“, sagte sie. Das sollte auch für größere Fabriken gelten. Außerdem seien mehr Überholgleise hilfreich. „In Deutschland investieren wir gerade massiv und so viel wie nie zuvor in die Schiene. Darauf bauen wir bei DB Cargo“, so die DB-Güterbahn-Chefin weiter.