TÜV Süd Rail testet automatische Kupplungssysteme für Güterwagen

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: TÜV Süd AG |

Durch die Einführung der Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) soll der Schienen­güterverkehr revolutioniert werden. Bei der TÜV SÜD Rail GmbH am Standort Görlitz werden dafür derzeit vier Prototypen auf ihre Nutzbarkeit getestet.

„Wir führen hier unter anderem Auflauf- und Fahrversuche in verschiedenen Gleisgeometrien und Wagenkonfigurationen durch“, sagt Felix Bührdel, Sachverständiger der Prüfstelle für Schienenfahrzeuge von TÜV Süd Rail. „Dabei muss beispielsweise jeder Kupplungstyp über 400 Auflaufversuchen standhalten.“ Die messtechnische Betreuung der Tests erfolgt durch die DB Systemtechnik GmbH. Nach Abschluss der Erprobungsphase in Görlitz soll Anfang 2021 ein Kupplungstyp ausgewählt werden, der dann in einem Testzug im praktischen Betrieb erprobt wird. Zu den vier Kupplungsherstellern gehören Voith (Deutschland), Dellner Couplers (Schweden), Faiveley Transport (Schweiz) und CAF (Spanien).



Die Bahnbranche ist überzeugt, dass die Einführung der automatischen Kupplung die Voraussetzung ist, um die Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrsträgers Schiene gegenüber der Straße zu verbessern. Zurzeit arbeitet das Konsortium DAC4EU an der Entwicklung und Erprobung verschiedener Kupplungssysteme. Das Konsortium wird von der Deutschen Bahn AG angeführt und umfasst die Güterbahnen DB Cargo (Deutschland), Rail Cargo Group (Österreich) und SBB Cargo (Schweiz) sowie die Fahrzeughalter Ermewa, GATX Rail Europe und VTG. Finanziert wird das Projekt durch das Bundesverkehrsministerium mit rund 13 Millionen Euro.