Bombardier rüstet sechs Redesign-Prototypenfahrzeuge für die Stuttgarter S-Bahn um

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: Neomind Designstudio (Visualisierung) |

Wie bereits Ende November berichtet, hat die Deutsche Bahn den Zughersteller Bombardier mit der Modernisierung der Stuttgarter S-Bahn-Flotte beauftragt.

Der Auftrag, der nach Angaben von Bombardier einen Wert von rund 103 Millionen Euro hat, umfasst die Erbringung von Engineering-Leistungen für Redesign-Maßnahmen und den Umbau von jeweils drei Prototypenfahrzeugen der Baureihen 423 und 430. Laut Hersteller erfolgt die Entwicklung für das Redesign an den Bombardier-Standorten Mannheim und Hennigsdorf. Der Umbau der Prototypenfahrzeuge wird in Hennigsdorf realisiert. Die Umrüstung der restlichen Züge will die Deutsche Bahn anschließend selbst anhand der von Bombardier erstellten Dokumentation vornehmen.

Francois Muller, Leiter des Service-Geschäfts bei Bombardier Transportation, zeigt sich erfreut, dass Bombardier die Fahrzeuge für weitere Jahrzehnte fit machen wird. Aktuell sind für die S-Bahn Stuttgart 157 Fahrzeuge im Einsatz. Zusammen mit den 58 bereits bestellten zusätzlichen S-Bahnen wird die Flotte künftig auf 215 Züge anwachsen.



Wie Dirk Rothenstein, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Stuttgart, erklärte, soll der Innenraum der Züge künftig den „modernen Erfordernissen urbaner Mobilität“ entsprechen. „Für die Fahrgäste in der Region Stuttgart bedeutet das besseren Fahrgast­service und mehr Platz für Rollstühle, Kinderwagen sowie Fahrräder durch zusätzliche Mehrzweckbereiche.“ Zusätzlich sollen die Fahrzeuge mit WLAN, einem modernen Fahrgastinformations- und Infotainmentsystem sowie Steckdosen für das Laden mobiler Endgeräte in verschiedenen Bereichen der Fahrzeuge ausgestattet werden. Der Einbau eines automatischen Fahrgastzählsystems soll künftig unter anderem eine gezielte Prognose zur Auslastung der Züge ermöglichen. Nach Abschluss der Arbeiten sollen die Züge ähnlich ausgestattet sein, wie die neuesten Fahrzeuge, die 2018 bestellt wurden und deren Prototypen derzeit in Hennigsdorf gefertigt werden.