EVG fordert Umsteuern in der Strategie des DB-Konzerns – „Prinzip Hoffnung wird nicht ausreichen“

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: EVN |

Anlässlich der anhaltenden Corona-Krise und der weiter drohenden Verschuldung des DB-Konzerns fordert die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ein Umsteuern in der Strategie.

„Nur auf das Prinzip Hoffnung zu setzen, wird nicht ausreichen“, sagte der EVG-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel am Mittwoch nach der Sitzung des Konzern-Aufsichtsrates. Seine Gewerkschaft fordert daher die Evaluierung bestehender Investitionen. „Wir wollen ein Unternehmen, das bald wieder Geld verdient und ohne Zuschüsse leben kann.“ Derzeit setze der Konzern laut der Gewerkschaft auf ein Ende der Pandemie und auf den Impfstoff sowie darauf, dass die Menschen wieder in die Züge steigen. Das seien jedoch Annahmen, die die EVG so nicht teilen könne. „Wenn ein Hochlauf bis 2025/26 geplant wird, wollen wir wissen, mit welchen konkreten Maßnahmen der hinterlegt sein soll. Nur abwarten wird nicht ausreichen“, so Hommel.



Die Bahn müsse „zum Mobilitätsdienstleister Nr. 1“ werden, heißt es weiter. Nach Ansicht der EVG sollte das Unternehmen daher neue Angebote und neue Geschäftsmodelle entwickeln, „die über die Beförderung von Menschen und Gütern hinausgehen“.

Laut Medienberichten geht der Vorstand der Deutschen Bahn bis 2024 von einem Verlust in Höhe von 9,6 Milliarden Euro aus. Mit der vom Eigentümer Bund zugesagten fünf Milliarden Euro schweren Eigenkapitalspritze kann das Unternehmen in diesem Jahr aber nicht mehr rechnen, weil die Freigabe der Mittel durch die EU-Wettbewerbskommission weiterhin aussteht.