Erste Hochgeschwindigkeits­versuchs­fahrten mit Zugkonzept Velaro Novo

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: Siemens Mobility (Archiv) |

Der Einzelwagenerprobungsträger für das neue Zugkonzept Velaro Novo von Zughersteller Siemens Mobility wird derzeit auf sein Fahrverhalten bei hohen Geschwindigkeiten getestet.

Dabei erreichte der Versuchszug ICE-S, in den der neue Wagen integriert ist, vor wenigen Tagen 360 km/h. Bald sollen Tests auch mit 400 km/h erfolgen, teilte die Deutsche Bahn am Mittwoch mit. Derartige Versuche seien etwas Besonderes, da sie nur „etwa alle zehn Jahre“ geschehen, schreibt das Unternehmen.

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Der Velaro Novo befindet sich noch in der Entwicklung und soll die nächste Generation der Siemens-Hochgeschwindigkeitszüge werden. Mit bis zu 360 km/h könnte der neue Zugtyp in einigen Jahren auf dem Streckennetz verkehren. Bereits seit 2018 erproben Siemens und die Deutsche Bahn das Fahrverhalten des neuen Zugkonzepts. Bei den ersten Versuchsfahrten vor gut zwei Jahren wurde unter anderem das Verhalten des Wagenkastens und der Dreh­gestelle aufgezeichnet und analysiert. Diese Daten dienten dann der projektunabhängigen Erprobung und Absicherung der wesentlichen Fahrzeugeigenschaften, erklärte Siemens damals.



„Die ersten Züge können voraussichtlich in vier Jahren ausgeliefert werden“, sagte Michael Peter, Chef der Bahntechniksparte Siemens Mobility, kürzlich der Süddeutschen Zeitung. Man werde den neuen Zug komplett verkleiden, „wie einen Ferrari“, betonte er. Auch wenn die Front des Velaro Novo stärker geneigt sein wird als bei den heutigen ICEs, sei vielmehr die Verkleidung des gesamten Zuges wichtig. Um den Luftwiderstand zu reduzieren, soll der Zug oben und unten eine fast glatte Oberfläche haben. Außerdem sollen die Drehgestelle und die Hoch­spannungs­anlage auf dem Dach voll verkleidet werden, wodurch Energieverbrauch und Lärmemission deutlich gesenkt würden. Auch die Übergänge zwischen den einzelnen Wagen werden gegenüber den bisherigen Hochgeschwindigkeitszügen optimiert. Bei den neuen Motoren würden zudem leichtere Materialien verwendet. Die Länge des neuen Zuges soll 202 bzw. 404 Meter betragen.