Sachsen-Anhalt will Abellio bei Finanzproblem offenbar entgegenkommen

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: EVN |

Einem Medienbericht zufolge sieht Sachsen-Anhalt offenbar eine Möglichkeit, dem angeschlagenen Bahnunternehmen Abellio finanziell zu helfen.

Das Land sei bereit, dem Unternehmen jährlich einen Nachschlag in niedriger einstelliger Millionenhöhe zu zahlen, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung. Abellio hatte im September zusätzliche Zuwendungen von mehr als hundert Millionen Euro bis zum Ende der Laufzeit seiner Verträge im Jahr 2032 verlangt. Die Summen, von denen jetzt die Rede ist, könnten offenbar im Rahmen der bestehenden Verträge draufgelegt werden, schreibt die Zeitung. Nachverhandlungen der Verträge lehnt die Landesnahverkehrsgesellschaft Nasa bislang ab.

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Der private Bahnbetreiber Abellio Mitteldeutschland, der seit Dezember 2015 im Saale-Thüringen-Südharz-Netz und seit Ende 2018 auch im Dieselnetz Sachsen-Anhalt verkehrt, hatte sich im Rahmen der damaligen Ausschreibungsverfahren mit den jeweils günstigsten Angeboten durchgesetzt. Nun fehlen dem Unternehmen jährlich wohl gut zehn Millionen Euro.


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Als Grund für seine finanziellen Probleme führt Abellio unter anderem gestiegene Personalkosten an sowie zunehmende Bauarbeiten, die den Zugverkehr beeinträchtigten und verteuerten. Im September hatte ein Abellio-Sprecher gegenüber der Zeitung erklärt, dass die anfangs vorgelegte Kalkulation „nicht mehr auskömmlich“ sei.