Deutsche Bahn lädt Gewerkschaften wegen angespannter Situation zum Gespräch

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: EVN |

Die Deutsche Bahn sucht das Gespräch mit den konkurrierenden Bahn-Gewerkschaften GDL und EVG. Es gehe darum, eine einvernehmliche Lösung in der aktuell schwierigen Situation zu finden.

Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, hat DB-Personalvorstand Martin Seiler am Freitag einen Brief an beide Gewerkschaften versendet, um zu einer Lösung zu kommen. „Es geht nicht darum, irgendwelche Rechte einzuschränken“, schreibt Seiler laut dem Bericht.

Sollte es aber zu keiner Einigung kommen, wolle die Deutsche Bahn „Schritt für Schritt“ das sogenannte Tarifeinheitsgesetz umsetzen. Das würde bedeuten, dass im jeweiligen Betrieb nur der Tarifvertrag gilt, der mit der mitgliederstärkeren Gewerkschaft ausgehandelt wurde.

Der DB-Konzern hat nach eigenen Angaben etwa 330 Betriebe. In den meisten davon ist eine Mehrheit der Belegschaft in der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) organisiert. Käme es zur Anwendung des Gesetzes, würde in diesen Betrieben dann der Tarifabschluss mit der EVG gelten. In den übrigen der mit der Gewerk­schaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).


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Laut der dpa-Meldung erteilte der EVG-Chef Klaus-Dieter Hommel dem Gesprächsersuchen indes bereits am Freitag vorerst eine Absage: „Die EVG wird weder die Bahn noch die GDL dabei unterstützen, Regelungen zulasten der Beschäftigten zu treffen, nur um gesetzliche Regelungen zu umgehen. Verhandlungen dazu lehnen wir strikt ab“, sagte er. Die GDL wollte sich dem Bericht zufolge bislang nicht äußern.