Arbeitsfehler von Weichenwärter war Ursache für Zugentgleisung im Bahnhof Horb(Neckar)

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: BEU |

Laut dem Untersuchungsbericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) ist die Zugentgleisung im Bahnhof Horb(Neckar) am 23. Januar 2020 durch einen menschlichen Fehler verursacht worden. 

Zurückzuführen war der Unfall den Ermittlern zufolge auf das „unzeitige Umstellen der Weiche 65″ durch den zuständigen Weichenwärter, während Zug IC 2382 in den Bahnhof einfuhr. Der entstandene Sachschaden an den Fahrzeugen und der Bahninfrastruktur wird laut dem 🔗 Untersuchungsbericht mit 204.000 Euro angegeben. Verletzt wurde damals niemand.

Wie aus dem Bericht der BEU hervorgeht, musste IC 2382 auf dem Weg von Konstanz nach Stuttgart aufgrund einer Störung in der Stellwerkstechnik zunächst vor dem Einfahrsignal am Bahnhof Horb halten und warten. Gesteuert wird der Zugverkehr im Bahnhof Horb von zwei elektromechanischen Stellwerken der Bauart E 43. Nach dem Einstellen einer Hilfsfahrstraße und der Abgabe einer Fahrwegsicherungsmeldung an den Fahrdienstleiter, erteilte dieser dem Triebfahrzeugführer des Intercity einen Befehl zum Fahren auf Sicht. Da der Weichen­wärter die Hilfsfahrstraße allerdings nicht gegen Umstellen gesichert hatte, war es ihm möglich, die Weichen im Fahrweg versehentlich für die anstehende Rangierfahrt eines Regionalzuges aus Gleis 2 umzustellen. Als der Intercity in den Bahnhof einfuhr, wurde die Weiche 65 in Richtung der im Gleis 2 stehenden Rangierabteilung umgestellt. Als der Weichenwärter den Fehler und die drohende Kollision bemerkte, stellte er die Weiche 65 erneut um und versuchte aus dem Stellwerksfenster einen Nothaltauftrag (Signal Sh 3) abzugeben. Diesen nahm der Triebfahrzeugführer des Intercity-Zuges jedoch nicht wahr. Durch das Umstellen der Weiche unter dem Zug entgleisten gegen 20.00 Uhr der zweite und dritte Wagen von IC 2382 bei einer Geschwindigkeit von etwa 15 km/h.