ÖBB Rail Cargo Group: Großteil der Güterwagenflotte bereits auf Flüsterbremsen umgestellt

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: Pixabay |

Die ÖBB Rail Cargo Group hat einen Großteil ihrer im Einsatz befindlichen Güterwagen bereits auf leisere Bremsen umgerüstet. Die Flotte zählt derzeit insgesamt über 26.500 Wagen.

Rund vier Jahre bevor das Fahrverbot für laute Güterwagen in der ganzen EU – und damit auch in Österreich – ab Ende 2024 in Kraft tritt, hat die ÖBB-Güterbahntochter nach eigenen Angaben bereits mehr als 80 Prozent ihrer Güterwagenflotte mit sogenannten Flüster­bremsen ausgerüstet. Damit werden für die Verkehre in oder nach Deutschland seitens der Rail Cargo Group nur noch lärmarme Güterwagen eingesetzt, teilte ein Unternehmens­sprecher kürzlich mit. Von dieser „hörbaren Entlastung“ würden zudem schon heute auch der Brennerkorridor sowie die Korridorverkehre zwischen Salzburg und Kufstein profitieren.

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Erreicht wird die Lärmminderung durch die Verwendung von Bremssohlen aus Verbundstoff statt der herkömmlichen Graugusssohlen. Sie sollen das Aufrauen der Räder verhindern und somit das Rollgeräusch der Wagen um rund zehn Dezibel reduzieren, was vom menschlichen Ohr als Halbierung wahrgenommen wird.

Laut dem ÖBB-Sprecher erfolgt die derzeitige Umrüstung der restlichen Wagen während der laufenden Instandhaltung. Nach den Plänen des Unternehmens sollen ab Ende 2021 dann alle in Betrieb befindlichen österreichischen Güterwagen mit leisen Sohlen unterwegs sein.


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Bereits seit Januar 2020 gilt das Verbot für graugussgebremste Wagen in der Schweiz, in Deutschland trat das neue Schienenlärmschutzgesetz am 13. Dezember 2020 in Kraft. Ab Ende 2024 dürfen laut der europäischen Gesetzgebung auf den Hauptverkehrsstrecken der gesamten EU nur noch leise Wagen genutzt werden.

Für die Umrüstung der Güterwagenflotte erhält die Rail Cargo Group im Zeitraum von 2019 bis 2023 rund 3,3 Millionen Euro aus dem Fördertopf der Connecting Europe Facility (CEF) der EU-Kommission. Der Fonds fördert strategische Investments in den Bereichen Verkehr, Energie und Digitalisierung.