EU-Kommission empfiehlt Aufhebung von Großbritannien-Reiseverboten

(dts Nachrichtenagentur / EVN Redaktionsdienst) – Foto: imago images / Xinhua |

Die Europäische Kommission hat den EU-Mitgliedstaaten empfohlen, pauschale Reiseverbote für Großbritannien aufzuheben.

Die Brüsseler Behörde brachte am Dienstag eine entsprechende Empfehlung für einen koordinierten Ansatz für Reise- und Transportmaßnahmen auf den Weg. Demnach sei es wichtig, die weitere Ausbreitung des neuen Virusstamms zu begrenzen. Auch müsse man von allen nicht wesentlichen Reisen von und nach Großbritannien abraten. Notwendige Reisen müssten aber möglich sein. Unterbrechungen von Lieferketten müssten allerdings vermieden werden.

Advertisements

Pauschale Verbote von Flug- oder Zugreisen verhinderten dies. „Angesichts der gegen­wärtigen Unsicherheiten und angesichts des Vorsorgeprinzips sollten die Mitgliedstaaten koordinierte Maßnahmen ergreifen, um nicht notwendige Reisen zwischen Großbritannien und der EU zu verhindern“, sagte EU-Justizkommissar Didier Reynders. Gleichzeitig sollten pauschale Reiseverbote Tausende Bürger nicht daran hindern, in ihre Heimat zurück­zukehren. Vorsichtsmaßnahmen seien zwar erforderlich, um die Verbreitung der neuen Corona-Variante einzudämmen, so Reynders. Doch dies müsse koordiniert stattfinden.



Deutschland und andere europäische Staaten hatten zuvor die Einreisebeschränkungen verschärft. Unternehmen, die Reisende im Eisenbahn-, Bus-, Schiffs- oder Flugverkehr aus Großbritannien oder Südafrika befördern, seien laut einer Verordnung des Bundesgesund­heitsministeriums derzeit angewiesen, Beförderungen aus diesen Staaten nach Deutschland zu unterlassen. Davon ausgenommen seien lediglich Leertransporte oder reine Post- oder Frachttransporte.

Advertisements

Der grenzüberschreitende Zugverkehr über den Eurotunnel zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland ist bereits seit Sonntag nahezu eingestellt. Aktuell führt nur noch eine einzige Zugverbindung von Paris in Richtung London.

Grund dafür ist die Sorge vor dem Einschleppen der neu entdeckten Corona­virus-Variante, die bis zu 70 Prozent ansteckender sein soll, als die bisher bekannte Form.