Fahrgastzahlen bei Bus und Bahn erstmals seit über zwei Jahrzehnten drastisch eingebrochen

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: EVN |

22 Jahre lang waren die Fahrgastzahlen im ÖPNV ununterbrochen gestiegen. Dieser Trend wurde 2020 durch die Corona-Krise beendet.

Immer mehr Erwerbstätige und immer mehr Einwohner in Großstädten brachten Busse und Bahnen in den vergangenen Jahren mancherorts an die Kapazitätsgrenze. Allein 2019 lag die Zahl der Kundenfahrten im Öffentlichen Personennahverkehr noch bei rund 10,4 Milliarden. In diesem Jahr sorgte die Pandemie allerdings für einen historischen Rückgang bei der ÖPNV-Nutzung.

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Im Jahresdurchschnitt habe es nur noch 40 Prozent der üblichen Nachfrage gegeben, berichtet die Deutsche Presse-Agentur mit Verweis auf Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). „Die Corona-Pandemie hat im ÖPNV tiefe Spuren hinterlassen“, sagte Verbandspräsident Ingo Wortmann laut dem Bericht. „Sowohl die Fahrgastzahlen als auch die Einnahmen sind eingebrochen, weil die Menschen zu Hause geblieben sind und ihnen die Anlässe für die Fahrten gefehlt haben.“


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„Unser Ziel ist es natürlich, alle Fahrgäste schnellstmöglich zurückzugewinnen, um die Verkehrswende voranzubringen und die wirtschaftliche Situation der Branche zu verbessern“, sagte Wortmann. Sobald die Infektionszahlen sinken, hoffen die Verkehrsunternehmen wieder auf mehr Fahrgäste. Die Monate August und September hatten Anlass zur Hoffnung gegeben, denn hier war die Nachfrage teilweise wieder auf 80 Prozent angestiegen. Aufgrund von Ausgangsbeschränkungen, Homeoffice, Reiseverboten, Schulschließungen und Kurzarbeit sackten die Nutzungszahlen davor und danach aber zwischenzeitlich auf 20 bis 30 Prozent ab.

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Trotz staatlicher Unterstützung sind die Unternehmen darauf angewiesen, Fahrkarten zu verkaufen. Diese wurden in diesem Jahr nur noch geringfügig teurer. Im Durchschnitt lag der Aufschlag nach Verbandsberechnung bei 1,3 Prozent nach 1,75 Prozent im Vorjahr. Die Erhöhungen waren in der Regel schon vor der Krise beschlossen worden, mancherorts wurden sie noch verschoben.

Die Fahrgeld-Einnahmen lagen im vergangenen Jahr noch bei 13,3 Milliarden Euro. Hinzu kamen gut 9,4 Milliarden Euro von der öffentlichen Hand. Für dieses Jahr erwartet die Branche dem Bericht zufolge einen Rückgang der Fahrkarten-Einnahmen um 3,6 Milliarden Euro. Bund und Länder hatten zum Ausgleich einen milliardenschweren Rettungsschirm in Aussicht gestellt.