Bahn muss auch „durch eigene Sparanstrengungen“ aus der Notlage herauskommen

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: EVN |

Trotz Verlusten in Höhe von rund 5,6 Milliarden Euro, bedingt durch die Corona-Krise in diesem Jahr, sieht sich der Staatskonzern Deutsche Bahn weiter auf einem guten Kurs.

„Wenn die Pandemie überwunden wird, werden die Menschen wieder zu uns kommen“, sagte Konzernsprecher Achim Stauß am Montag im ARD-Mittagsmagazin. Er sehe den Trend zum umweltfreundlichen Reisen mit der Bahn ungebrochen. „Natürlich ist Corona jetzt ein starker Dämpfer für unsere Bilanzen, gleichzeitig ist das Image der Bahn dabei stark nach oben gegangen, unsere Mitarbeiter haben toll mitgezogen und die Kunden halten sich an die Maskenpflicht. Insofern bin ich optimistisch, dass wir die Wachstumsziele erreichen werden.“

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Der Bund hatte dem Staatskonzern im Sommer eine Eigenkapitalerhöhung in Höhe von fünf Milliarden Euro zugesagt. Bislang fehlt allerdings noch die Zustimmung der EU-Kommission. Weitere Staatshilfen brauche das Unternehmen aber nicht, hieß es. „Es gibt nichts zu fordern im Moment“, so Stauß, die Bahn müsse auch „durch eigene Sparanstrengungen“ aus „dieser unverschuldeten Notlage herauskommen.“ Man werde aber nicht den Fehler machen und am Fahrgast sparen, der Service bleibe bestehen und auch die Investitionen in neue Fahrzeuge und der Ausbau des Schienennetzes würden weitergehen.


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Der Bund rechnet damit, dass die Corona-Krise der Deutschen Bahn AG insgesamt 13 bis 14 Milliarden Euro kosten wird. Das sagte kürzlich der Bahn-Beauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann (CDU). Damit würde der finanzielle Schaden durch die Pandemie höher ausfallen als zuletzt vom Konzern angenommen. Die Gesamtverschuldung der Deutschen Bahn liegt aktuell bei etwa 30 Milliarden Euro.