Ticketpreise im ÖPNV steigen in einigen Regionen an

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: Pixabay |

Viele Menschen in Deutschland müssen für Fahrten im Nahverkehr mit Bus und Bahn bald etwas tiefer in die Tasche greifen.

Die Corona-Krise hat den Verkehrsunternehmen finanziell zugesetzt, weil Fahrgäste und Einnahmen wegblieben, die Kosten für Personal und Energie gleichzeitig aber weiter steigen. Je nach Region sind im kommenden Jahr Erhöhungen der Ticketpreise von bis zu 2,7 Prozent angekündigt, wie eine Auswertung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergab. Allerdings gibt es auch zahlreiche Regionen, in denen Fahrkarten nicht teurer werden – damit die Fahrgäste schneller wieder zurückkehren. Außerdem werden neue Angebote geschaffen, da sich der Trend zum Homeoffice immer mehr bemerkbar macht. Ein Beispiel ist hier das neue 10er-Tagesticket als Vorstufe zum künftigen „Flex-Abo“, das ab April in und um Stuttgart eingeführt wird.

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Ähnliche Überlegungen dazu gibt es auch andernorts in vielen Unternehmen und Verkehrs­verbünden; auch die Deutsche Bahn hat für den Nahverkehr bereits ein 10er-Tagesticket eingeführt. Denn die Branche geht davon aus, dass Corona das Mobilitätsverhalten auch für die Zeit nach der Pandemie ändert, berichtet die dpa weiter.

In diesem Jahr war der Trend der steigenden Fahrgastzahlen erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten beendet worden. Die ÖPNV-Nutzung bracht zeitweise dramatisch ein. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) geht davon aus, dass es in diesem Jahr durchschnittlich nur 40 Prozent der üblichen Nachfrage gab. 2019 lag die Zahl der Kundenfahrten im Öffentlichen Personennahverkehr noch bei rund 10,4 Milliarden.


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Mit Tariferhöhungen müssen Fahrgäste unter anderem im Raum Stuttgart rechnen, wo ab April die Preise um 2,7 Prozent steigen werden. In und um München wurde es schon Mitte Dezember um 2,8 Prozent teurer. Erhöhungen gibt es auch in Berlin und Brandenburg (1,9 Prozent) und in Köln, Bonn und Umgebung mit 2,5 Prozent. Fahrten durch ganz NRW bleiben dagegen stabil oder sinken je nach Ticket sogar etwas.

Im Rhein-Main-Gebiet und im Großraum Nürnberg haben die Verantwortlichen dagegen die geplante Tariferhöhung auf den Sommer 2021 verschoben. Ähnlich ist es im Raum Bremen und an Rhein und Ruhr, wo die Preise weitgehend gleich bleiben.