Flixmobility-Chef Schwämmlein: Betriebsaufnahme wohl erst wieder in einigen Monaten

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: imago images / News4HH |

Der Bahnkonkurrent Flixmobility rechnet erst in einigen Monaten wieder mit einer Aufnahme seines Bus- und Zugbetriebs.

„Der Anspruch ist da, dass wir wieder ein großes, flächendeckendes Netz haben und von der kalifornischen Küste bis in die Osttürkei fahren“, sagte Flixmobility-Geschäftsführer André Schwämmlein der Deutschen Presse-Agentur. Am Ende komme es auf ein, zwei, drei Monate nicht an, fügte er hinzu. Zunächst sei es wichtig, die Corona-Pandemie zu überwinden.

Nach einem dramatischen Einbruch des Geschäfts 2020 rechnet das Unternehmen nach eigenen Angaben in diesem Jahr nicht damit, dass die Busse sehr bald wieder wie gewohnt fahren. „Wir haben ein klares Ziel, worauf wir hinarbeiten, nämlich Sommer und zweite Jahreshälfte 2021“, so Schwämmlein. Beim Hochlauf des Betriebs wolle man sich stark an der Nachfrage orientieren.


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Neben dem Busangebot, mit dem Flixbus in 30 Ländern aktiv ist, will das Unternehmen auch die grünen Züge in Deutschland wieder auf die Strecke schicken. Einen Starttermin gibt es auch hier noch nicht. Wie Schwämmlein sagte, wolle man 2021 die Trassen nutzen, die man jetzt habe. Dazu gehören die Relationen Aachen–Berlin und Köln–Hamburg, aber auch die Strecke Stuttgart–Berlin, für die Flixmobility einen neuen Partner sucht. Außerdem verfolge das Unternehmen den Anspruch, das Zugnetz weiter auszubauen, kündigte der Flixmobility-Chef an.

Gegen die vom Bund zugesagte Finanzspritze für den Staatskonzern Deutsche Bahn hatte Flixmobility bei der EU-Kommission bereits Beschwerde eingelegt. Schwämmlein kritisiert, dass der DB-Konzern die coronabedingte Sondersituation arg ausnutze, „um die Wettbewerbssituation zu verzerren.“ Fair wäre es aus seiner Sicht gewesen, die Gebühr für die Schienennutzung zu senken. Diesen Trassenpreis zahlt auch der Fernverkehr der Bahn an die konzerneigene Netzgesellschaft. „Dadurch hätte DB Fernverkehr weniger Verlust gemacht, wir aber auch in gleichem Maße“, so Schwämmlein. Außerdem bemängelt er, dass die Bahn trotz geringer Fahrgastzahlen fast alle Züge fahren lässt.