Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main soll bis 2028 ETCS-Ausrüstung erhalten

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: DB AG / Volker Emersleben |

Die 180 Kilometer lange Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main soll bis Ende 2028 mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) ausgerüstet sein.

Wann auch die Hochgeschwindigkeitsstrecken Hannover–Würzburg und Stuttgart–Mannheim die neue Zugleittechnik erhalten, steht laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen noch nicht fest. Für den Flächenrollout ist eine Ausrüstung mit ETCS Level 2 vorgesehen.

Weiter schreibt die Regierung nach Auskunft der Deutschen Bahn AG, dass es aktuell keine Pläne gebe, die Geschwindigkeit der Schnellfahrstrecke MannheimStuttgart von derzeit 280 auf 300 km/h zu erhöhen. „Eine Erhöhung der Geschwindigkeit würde zu einer Reduzierung der Kapazität führen, da die Fahrzeitunterschiede größer werden“, heißt es.


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Laut der Vorlage ist für die Neubaustrecke Rhein/Main–Rhein/Neckar, die in einigen Jahren zwischen Frankfurt und Mannheim entstehen soll , eine durchgängige Geschwindigkeit von 300 km/h trassiert. Vorgesehen ist eine Ausrüstung mit ETCS Level 2 ohne streckenseitige Lichthauptsignale.

Das Bundesverkehrsministerium geht davon aus, dass die deutschen Eisenbahnstrecken bis zum Jahr 2040 mit ETCS ausgerüstet sein könnten . Die erste Strecke, auf der ein teilweise ETCS-geführter Zugbetrieb bereits stattfindet, ist die ICE-Trasse München–Berlin, die Ende 2017 vollständig in Betrieb genommen wurde. Die Inbetriebnahme des Teilstücks zwischen Erfurt und Leipzig/Halle (VDE 8.2) erfolgte bereits im Dezember 2015, zwei Jahre später das Teilstück zwischen Ebensfeld und Erfurt (VDE 8.1). ICE-Züge fahren im Abschnitt Ebensfeld–Erfurt–Leipzig/Halle(Saale) seither unter einer ETCS-Vollüberwachung in Level 2.



Auch die Ausbaustrecke BerlinDresden erhält eine ETCS-Ausrüstung. Der erste Abschnitt zwischen Neuhof (Zossen) und Rückersdorf (Niederlausitz) wurde bereits im Dezember 2020 in Betrieb genommen. Die neue Zugleittechnik bleibt hier aber vorerst ungenutzt. Nach Auskunft des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger, soll es in diesem Jahr Testfahrten und Betriebserprobungen geben. Das schrieb der CDU-Politiker vor einigen Wochen auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Torsten Herbst. Laut der Antwort seien ab 2022 dann erste Regelfahrten im Intercityverkehr mit Tempo 200 vorgesehen. Ab 2024 soll dort auch der internationale Verkehr mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h unterwegs sein.

Mit der Inbetriebnahme der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm wird darüber hinaus ab Ende 2022 eine weitere ICE-Trasse mit ETCS ans Netz gehen.