Bahnchef Lutz rechnet ab 2022 wieder mit „Rückkehr in die Gewinnzone“

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: DB AG / Pablo Castagnola |

Bahnchef Richard Lutz rechnet offenbar damit, dass die Deutsche Bahn ab 2022 wieder in die Gewinnzone zurückkehren wird. Das sagte er laut einem Medienbericht gegenüber dem Aufsichtsrat des Konzerns Anfang Dezember.

Wie das Handelsblatt am Mittwoch berichtete, belief sich der Umsatzausfall im vergangenen Jahr infolge der Corona-Pandemie bis Dezember auf rund 6 Milliarden Euro, die Corona-Schäden im Kerngeschäft in Deutschland wurden demnach auf 9,6 Milliarden Euro beziffert. Da hier das schlecht gelaufene Weihnachtsgeschäft noch gar nicht berücksichtigt wurde, dürften die endgültigen Zahlen in der Bilanz aber noch einmal deutlich negativer ausfallen.

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Laut bahninternen Plänen soll der Finanzierungsspielraum gemessen am Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebitda) in zwei Jahren wieder auf Vorkrisenniveau steigen, bis 2025 sogar auf 6,5 Milliarden Euro, schreibt die Zeitung. Für 2021 rechnet der Konzern den Zahlen zufolge mit einem Gewinn von 2,3 Milliarden Euro; erst ab 2023 wieder mit über 6 Milliarden Euro.



Negativ schlägt sich laut dem Handelsblatt-Bericht auch die überproportional gewachsene Holding nieder. So sei der Geschäftsbereich „Sonstige/Beteiligungen“, der 2019 bei einem Verlust von 575 Millionen Euro lag, mittlerweile zu einem gewichtigen Negativposten geworden. Nach Angaben der Regierung auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Matthias Gastel sei die Zahl der Mitarbeiter in der DB-Holding binnen zehn Jahren – trotz eines konstanten Verwaltungsaufwands – seit 2010 um 33 Prozent auf 6.364 gestiegen. Die Zahl der Eisenbahner im Kerngeschäft, also im Personen- und Güterverkehr sowie im Netz, nahm laut dem Bericht hingegen nur um 15 Prozent zu.