EVP für strengere Einreisekontrollen aus Großbritannien und Irland

(dts Nachrichtenagentur) – Foto: imago images / Hans Lucas |

Der gesundheitspolitische Sprecher der konservativen Mehrheitsfraktion EVP im EU-Parlament, Peter Liese (CDU), fordert zum Schutz der EU strenge Kontrollen für Bürger, die aus Großbritannien und Irland einreisen.

„Die Mutation des Coronavirus B117 breitet sich in Großbritannien und Irland immer weiter aus – und zwar rasend schnell. Es ist dringend geboten, ab sofort die Einreisen aus Großbritannien und Irland per Auto, Bahn, Schiff und Flugzeug besser zu kontrollieren“, sagte Liese der Welt.

Wer aus diesen beiden Ländern auf das europäische Festland komme und länger als 24 Stunden bleiben wolle, sollte verpflichtet werden, einen aktuellen vollwertigen PCR-Corona-Test vorzulegen, sagte der Christdemokrat. „Schnelltests für rückreisende EU-Bürger oder einreisende Briten und Iren reichen nicht aus, das wäre Harakiri, weil sie nicht verlässlich sind.“ Das Trügerische an der Corona-Mutation B117 sei, dass sie sich sehr schnell exponentiell verbreite „und eine einigermaßen kontrollierte Corona-Lage plötzlich von einem Moment auf den anderen kippen kann“.


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Liese schlussfolgerte: „Auch ein genereller Einreisestopp aus Großbritannien und Irland – mit Ausnahme für Transporte mit lebenswichtigen Gütern und unverzichtbaren Personen wie beispielsweise Pflegekräften – ist angesichts der aktuellen Entwicklungen nicht mehr auszuschließen.“

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Dienstag eindringlich vor der veränderten Variante des Coronavirus gewarnt. Sie könne in sehr kurzer Zeit „die Führerschaft gegenüber dem alten Virus“ übernehmen, dann wäre man wieder mitten im exponentiellen Wachstum der Infektionszahlen, sagte Merkel in einer Unionsfraktionssitzung nach Angaben mehrerer Sitzungsteilnehmer, berichtet die Zeitung. „Deshalb ist also aller-, allerhöchste Vorsicht geboten.“

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EVP will Reisefreiheit für alle Geimpften

EVP-Fraktionschef Manfred Weber (CSU) hat sich einem Vorstoß aus Griechenland angeschlossen, allen gegen Corona geimpften Bürgern Reisefreiheit in Europa zu gewähren und hierfür eine neue Impfbescheinigung einzuführen. „Wir unterstützen den Vorschlag des griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis für ein EU-weit anerkanntes Impf-Zertifikat, das freies Reisen im Schengen Raum ermöglicht“, sagte Weber der Bild. Mitsotakis hatte am Dienstag in einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine entsprechende Forderung erhoben.

Zur Begründung sagte Weber: „Wir sehen ethische Probleme zu Beginn, da bestimmte Gruppen erst später Zugang zum Impfstoff haben werden. Aber wir schränken die Grundrechte der Bürger derzeit notwendigerweise stark ein. Das muss dann neu abgewogen werden, sobald eine Person sich und in gewisser Hinsicht andere vor einer Ansteckung schützt.“ Die Alternative sei, dass „jedes Land eigene Regeln aufstellt, eine Fragmentierung, die niemand möchte“, sagte Weber der Zeitung. Das Thema soll am 21. Januar auf einem virtuellen EU-Sondergipfel von den 27 Staats- und Regierungschefs diskutiert werden.