Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert ministerielle Panikmache gegen Bus und Bahn

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Der Fahrgastverband Pro Bahn hat Aussagen zweier SPD-Minister in Sachsen als „völlig verfehlt“ kritisiert und warnt davor, die Kapazitäten des ÖPNV einzuschränken.

Im Zuge der Verschärfung der Corona‐Schutzmaßnahmen empfahlen kürzlich die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping sowie der Wirtschafts‐ und Verkehrsminister Martin Dulig (beide SPD) dringend, dass ältere Bürger den ÖPNV meiden sollten. Das Ziel sei es, die Auslastung des ÖPNV auf 25 Prozent zu reduzieren. Der Fahrgastverband Pro Bahn Mitteldeutschland hält diese Maßnahmen für fehlgeleitet und kurzsichtig und fordert Alternativen ein.

„Viele gerade ältere Bürger besitzen gar kein Auto und sind auf den ÖPNV angewiesen. Und nicht alle haben Familie und Bekannte, welche für sie alle Wege erledigen können“, schreibt der Fahrgastverband in einem Statement. Auch in Pandemiezeiten müsse man sicherstellen, dass Menschen, die auf ein eigenes Auto verzichten wollen oder müssen, dringend notwendige Wege mit dem ÖPNV zurücklegen können. „Die Aufforderungen der Minister führen zu einer Verunsicherung der Fahrgäste und konterkarieren bisherige Bemühungen um eine Verkehrswende“, moniert Anja Schmotz, stellvertretende Vorsitzende des Pro-Bahn‐Landesverbands Mitteldeutschland. Zudem seien aktuell ohnehin viele Busse und Bahnen durch den fehlenden Schülerverkehr meist weniger stark ausgelastet als normal.

Wichtig sei aus Sicht des Fahrgastverbands, dass in Bussen und Bahnen genügend Platz ist, um die geforderten Abstände einhalten zu können. „Lieber sollte man für ein ausreichendes Angebot sorgen und die Fahrpläne nicht weiter ausdünnen, um die Fahrgastströme zu entzerren“, schlägt Markus Haubold, Vorstandsmitglied von Pro Bahn Mitteldeutschland vor. „Zudem würde dies auch ein wichtiges Signal setzen, den ÖPNV weiterhin als wichtige Stütze der Daseinsvorsorge zu sehen.