Branchenverband VDV sieht keine Priorität zum Tragen von FFP2-Masken im ÖPNV

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: imago images / Arnulf Hettrich |

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sieht nach eigenen Angaben keine Priorität einer Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im ÖPNV. Bislang gilt diese Vorgabe nur in Bayern.

„Eine bundesweite FFP2-Maskenpflicht im Nah- und Fernverkehr würde bedeuten, dass die Fahrgäste monatlich über 100 Millionen Masken bräuchten. Diese stünden dann in anderen Bereichen wo sie dringend benötigt werden – wie etwa Krankenhäuser oder Pflege­einrichtungen – nicht mehr zur Verfügung“, sagte VDV-Präsident Ingo Wortmann. Außerdem sehe sein Verband – der über 600 Verkehrsunternehmen vertritt – die Priorität einer solchen Maskenpflicht im ÖPNV nicht, weil diverse nationale und internationale wissenschaftliche Untersuchungen bereits gezeigt hätten, dass im Öffentlichen Personenverkehr weder für Fahrgäste noch für Mitarbeitende ein erhöhtes Infektionsrisiko bestehe, so Wortmann.

Vielmehr müsse es oberstes Ziel aller Bestrebungen sein, die Fahrtanlässe für die Menschen zu minimieren und dadurch die Mobilität für jeden einzelnen auf das absolut nötige Mindestmaß zu reduzieren: „Deshalb sind die Ausweitung von Homeoffice und die Verhinderung von Freizeitfahrten aus unserer Sicht die wirkungsvollsten Maßnahmen um Mobilität insgesamt weiter einzuschränken.“

Als eine weitere Maßnahme, um die Ausbreitung der Aerosole in den Fahrzeugen zu verringern, empfiehlt der VDV, dass Gespräch miteinander oder per Mobiltelefon während der Fahrt zu unterlassen. Diese Regelung gelte unter anderem bereits im spanischen ÖPNV. 


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Wortmann wies aber auch daraufhin, dass eine drohende Einstellung des ÖPNV, wie sie vor einigen Tagen als mögliche Option medial verbreitet wurde, keine Lösung sei: „Es gibt zahlreiche Menschen in systemrelevanten Berufen, die auch im Lockdown täglich zur Arbeit müssen und für die Homeoffice keine Option ist“, betonte der VDV-Präsident. Zudem würden die Verkehrsunternehmen in einigen Städten bereits zusätzliche Busverkehre zu den Impfzentren organisieren. Für diese Situationen bräuchte man auch weiterhin „einen funktionierenden ÖPNV mit größtmöglichem Angebot, um jedem einzelnen Fahrgast genug Platz und Abstand zu garantieren.“

Darüber hinaus, so Wortmann weiter, sei es selbstverständlich, dass die Branche als Teil der Daseinsvorsoge in Deutschland geschlossen hinter allen Maßnahmen stehe, die Bund und Länder im Rahmen ihrer Gespräche am morgigen Dienstag vereinbaren werden: „Wie die Beschlüsse auch ausfallen mögen, wir werden diese zügig und effizient umsetzen.“