EVG-Vize Burkert: „DB Fahrzeuginstandhaltung in Bremen muss weiter fit gemacht werden“

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: DB AG / Uwe Miethe / EVG |

Der stellvertretende Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Martin Burkert, und Bremens Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) haben sich am Freitag im Rahmen einer Videoschalte über aktuelle Mobilitätsthemen ausgetauscht.

Der Schwerpunkt des Gesprächs lag auf bremen-spezifischen Themen, so vor allem auf der zukunftsorientierten Weiterentwicklung des dortigen Bahnstandortes. „Der Standort Bremen der DB Fahrzeuginstandhaltung muss weiter fit gemacht werden“, forderte der EVG-Vize. Die Instandhaltung von Dieselmotoren, wie sie heute im Werk Sebaldsbrück betrieben wird, werde an Bedeutung verlieren. „Die vorhandenen Kapazitäten und Kompetenzen können an einem neuen Werkestandort zukunftsorientiert eingesetzt werden: für die Umrüstung von Lokomotiven auf alternative Antriebe wie etwa Wasserstoff oder Brennstoffzellen.“ Ansatzpunkte dafür gebe es bereits. In Niedersachsen seien die ersten Wasserstoff-Fahrzeuge unterwegs, DB Cargo werde demnächst Hybrid-Loks für den Rangierdienst einsetzen. „Die Europäische Union will den Verkehrssektor insgesamt bis 2050 klimaneutral gestalten. Hierfür kann das Werk Bremen einen echten Beitrag leisten.“ Dafür sei allerdings Unterstützung durch den Bremer Senat notwendig, betonte Burkert. „Wir sehen hier eine einmalige Chance: Bremen kann Vorreiter im Klimaschutz werden und zugleich industrielle Arbeitsplätze erhalten.“

Wie es von Seiten der EVG heißt, erwartet die Gewerkschaft vom Bremer Senat auch eine aktivere Rolle bei der Vergabe von SPNV-Leistungen. Zwar sei bei Ausschreibungen die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) federführend, „aber auch Bremen kann dafür sorgen, dass die Beschäftigten bei einem Betreiberwechsel geschützt werden, insbesondere durch einen verpflichtenden Personalübergang und weitere Vorgaben“, merkte Burkert an. Generell bringe die Corona-Krise viele Schwachpunkte des Ausschreibungs­wettbewerbs in Deutschland ans Tageslicht. „Für die EVG ist jetzt der Zeitpunkt da, eine ehrliche Bestandsaufnahme zu machen. Alle geplanten Ausschreibungen sollten auf Robustheit und Solidität überprüft werden. Dazu kann ein Runder Tisch mit allen Beteiligten einen Beitrag leisten.“



In dem Gespräch mit der Senatorin kritisierte die EVG auch die geplante Schließung von mehreren Reisezentren rund um Bremen. „Es ist widersinnig, dass Bremerhaven eine neue IC-Anbindung bekommen soll und die Reisenden dann dort kein Reisezentrum anfinden“, sagte der Vorsitzende des EVG-Landesverbandes, Andreas Weitz. „Wir fordern den Senat auf, auf die Deutsche Bahn einzuwirken, diese fatale Entscheidung zurückzunehmen. Gerade heute wollen und müssen wir mehr Menschen dazu bewegen, die klimafreundliche Eisenbahn zu nutzen. Dafür braucht es aber nicht nur gute Angebote, sondern auch Menschen, die diese Angebote kompetent verkaufen und Service bieten können.“