Prignitz-Express könnte laut Studie ab 2028 elektrisch verkehren

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: Jonas Reichard |

Laut einer Studie, die der Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Auftrag gegeben hat, könnten die Züge des Prignitz-Express (RE 6 Wittenberge–Berlin) ab Dezember 2028 elektrisch unterwegs sein. Damit würden die bisherigen Dieselfahrzeuge ersetzt werden. Auch eine direkte Verbindung der Region mit dem Berliner Zentrum sei möglich.

Nach Worten von Hans Leister, dem Autoren der → Studie, würden sich dafür Elektrotrieb­wagen mit zusätzlicher Batterie als kostengünstige und innovative Lösung anbieten, um die einzigen RE-Fahrzeuge, die in Brandenburg noch mit Diesel unterwegs sind, abzulösen. Über so genannte „Elektrifizierungsinseln“, also Streckenabschnitten mit Oberleitungen, könnten die Batterien während der Fahrt auf der mehr als 140 Kilometer langen Strecke aufgeladen werden und auf Fahrabschnitten ohne Oberleitung im Akku-Betrieb genutzt werden. Für die „Elektrifizierungsinseln“ kämen beim „Prignitz-Express“ Abschnitte in Liebenthal bei Wittstock und in Neuruppin in Frage, weil dort die Stromversorgung ohne aufwändigen und kostenintensiven Bau von Leitungen vorhanden ist. Neben ökologischen Vorteilen würde eine batterie-elektrische Variante des RE 6 auch die Option bereithalten, den Berliner Hauptbahnhof direkt und ohne Umstieg zu erreichen, da dieselbetriebenen Fahrzeugen die Einfahrt in den Tiefbahnhof verwehrt bleibt. Auch ein Gemeinschaftsbetrieb mit der S-Bahn wäre der Vorlage zufolge im „Akku-Modus“ der Batterie-Elektro-Züge möglich.

Landrat Ralf Reinhardt sieht die Ergebnisse der Studie als Diskussionsgrundlage für rechtzeitige, vertiefende Gespräche hinsichtlich der Neuausschreibung des Betriebs ab Dezember 2028. „Der Prignitz-Express ist ein Lebensnerv unserer Region. Es geht darum, den Anschluss an die Zukunft nicht zu verpassen. Und dazu gehört eine zuverlässige und ökologisch vernünftige Lösung ohne Dieselbetrieb. Aus Gründen des Klimaschutzes, aber auch im Sinne einer direkten, zuverlässigen und zukunftsfähigen Bahnverbindung mit Berlin“, so Reinhardt.