Milliardenhilfe nur gegen Boni-Verzicht – EVG: Bahn­vorstand sollte persönliche Interessen zurückstellen

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: DB AG / EVG |

Klaus-Dieter Hommel, der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), fordert die Führung der Deutschen Bahn auf, „persönliche Interessen“ in der aktuellen Situation zurückzustellen. 

Für den Fall, dass es durch die Auflagen der Brüsseler Wettbewerbshüter auch zu Begrenzungen der Bezahlung von Vorständen des Konzerns (Verzicht auf Bonuszahlungen) kommen sollte, „müssen die persönlichen Interessen des Vorstands zurückgestellt werden“, sagte Hommel am Freitag. Weiter betonte er: „Die Beschäftigten haben mit dem Tarifabschluss zum Bündnis ihren Beitrag geleistet.“ Jetzt würden sie „mit Recht die Solidarität ihrer Vorstände und Führungs­kräfte im Interesse des Unternehmens“ erwarten.

Das Nachrichtenmagazin Spiegel hatte zuvor berichtet, dass die EU-Kommission mehrere Bedingungen an eine Auszahlung der vom Bund geplanten Corona-Hilfen an die Deutsche Bahn knüpft.


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Laut Hommel müsse Brüssel den Zahlungen, die im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Krise beschlossen wurden, „jetzt endlich“ zustimmen. Denn die zweite Welle der Pandemie mache die wirtschaftliche Situation der Deutschen Bahn AG immer angespannter. „Auflagen, die die Wettbewerbs­fähigkeit im Schienenverkehr in Deutschland sichern sollen, dürfen nicht zu einer weiteren Schädigung des Unternehmens führen“, erklärte der EVG-Vorsitzende.